Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer
Heute geht es im Briefing um die Friedensverhandlungen zum Sudan in Genf, viel Glück bei einem Blitzeinschlag und eine Frau, die seit 100 Jahren im gleichen Dorf lebt.
Herzliche Grüsse aus Bern
Waffenstillstand-Verhandlungen in der Schweiz: Die sudanesische Armee nimmt nicht teil.
Heute hätten in Genf die Gespräche für einen Waffenstillstand im Sudan beginnen sollen. Doch bis kurz vor Beginn war nicht klar, ob beide Parteien an der Konferenz teilnehmen, wie mein Kollege Dorian Burkhalter schreibt.
Heute Nachmittag gab es Gewissheit. Die Rapid Support Forces (RSF) waren zusammen mit Delegationen aus Ägypten, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie Vertretern der Afrikanischen Union und der UNO in die Schweiz gereist. Die sudanesische Armee dagegen blieb dem Treffen fern, wie die Agentur SDA berichtete. Organisiert haben das Treffen in Genf die USA, mit unterstützender Hilfe der Schweiz und von Saudi-Arabien. Frühere Verhandlungsrunden in Jeddah, Saudi-Arabien, sind erfolglos geblieben. Washington führt humanitäre Gründe für sein Engagement an.
Der Bürgerkrieg im Sudan gilt als eine der grössten humanitären Krisen der Welt. Die Armee und die RSF wollen die Herrschaft des Landes zusammen mit seinen Reichtümern an sich reissen. In den letzten 16 Monaten wurden 11 Millionen Menschen innerhalb des Sudans in die Flucht getrieben.
- Mein Kollege Dorian hat für Sie die wichtigsten Fragen zu den Gesprächen in Genf beantwortet.
- Meldung der SDA.
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300 Franken Busse, weil sie der russischen Botschaft eine Petition abgeben wollte.
Ab wie vielen Personen ist eine Menschenansammlung eine Kundgebung? Im Berner Botschaftsviertel braucht es dafür nur wenige. Lisa Salza wollte im März 2022 der russischen Botschaft eine vorher angemeldete Petition für Frieden in der Ukraine mit 15’000 Unterschriften übergeben.
Doch so weit kam sie nicht. Die Gruppe wurde vom Botschaftsschutz der Kapo Bern daran gehindert, die Petition am Eingang abzugeben, wie die Berner Zeitung schreibt. Später erhielt Salza, die Kampagnenleiterin bei Amnesty International ist, eine Busse von 300 Franken. Diese ficht sie jetzt vor Gericht an. Salza geht es nicht nur um ihre Aktion. Sie befürchtet, dass «dieses völlig willkürliche und unverhältnismässige Vorgehen» der Stadtbehörden Menschen davon abhalten könnte, ihr Recht auf freie Meinungsäusserung wahrzunehmen.
Ebenfalls vor zwei Jahren büsste die Stadt Bern zwei Personen, die vor der britischen Botschaft mit einem Schild die Freilassung von Julian Assange forderten. Weil nur Organisator:innen einer Demo gebüsst werden können, wurden die beiden zu Co-Organisator:innen erklärt. Der Mann wehrte sich gegen die Busse und wurde freigesprochen.
Die Sicherheitsdirektion der Stadt sagte vor zwei Jahren der Berner Zeitung, nur Delegationen von wenigen Personen vor ausländischen Botschaften zuzulassen, habe sich bewährt.
- 300 Franken Busse für eine «Kundgebung» – Artikel in der Berner ZeitungExterner Link. (Bezahlartikel)
- Artikel der Berner ZeitungExterner Link aus dem letzten Jahr zu den Bussen im Botschaftsviertel.
Wie ein Schweizer vom Blitz getroffen wurde und überlebt hat.
In der Schweiz wurden bei den Unwettern am Montagabend 48’000 Blitze gezählt. Die Chance, in der Schweiz von einem Blitz getroffen zu werden, liegt bei 1 zu 1 Million. Gianluca Biggi ist einer, der dieses unwahrscheinliche Pech hatte.
Es geschah auf einem Golfplatz. Zusammen mit einem Freund suchte er vor einem Gewitter Schutz in einem Unterstand. Mit wenig Erfolg: Ein Blitz schlug in einen Baum und danach in den Kopf von Biggi ein. Sein Freund hatte «eine unglaubliche Hitze gespürt, heisser als ein Luftschwall aus einem Backofen». Die Druckwelle hat ihn ein paar Meter weggeschleudert. Danach hat er Biggi, dessen Haare verbrannt waren, bis zum Eintreffen der Rettungskräfte reanimiert.
Biggi selbst hat keine Erinnerungen an den Blitzeinschlag, er ist erst im Spital nach einem Koma wieder zu sich gekommen. Vier von fünf Personen erholen sich nicht mehr richtig von einem Blitzschlag, Biggi hatte Glück. «Ich hatte keine inneren Verbrennungen«, sagte er im Interview mit SRF. Er hat sich erholt und arbeitet wieder als Finanzanalyst. Doch das Gedächtnis habe gelitten, heute sei er vergesslicher als früher.
- Interview von SRF mit Gianluca Biggi.Externer Link
- «Wenn Sie im Freien sind und ein Gewitter in der Nähe ist, sind Sie in Lebensgefahr», warnt Meteorologe Jörg Kachelmann im Tages-AnzeigerExterner Link.
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Diese Schweizerin hat 100 Jahre im gleichen Dorf gelebt.
Wie oft sind Sie in Ihrem Leben schon umgezogen? In wie vielen Wohnungen und Gemeinden oder Städten haben sie schon gelebt? Marie Vogler-Gasser lebt schon ihr ganzes Leben – 100 Jahre lang – in der Gemeinde Lungern. In dieser Zeit lebte sie in ihrem Elternhaus, dann mit ihrer Familie in einem Haus und jetzt im Alterswohnheim. Drei Wohnungen in 100 Jahren.
Vogler-Gasser ist eine wertvolle Zeitzeugin, wie aus dem Bericht von SRF hervorgeht. Das Bild wurde im Jahr 1989 aufgenommen. Sie hat miterlebt, wie sich die Gemeinde verändert hat. Wie der Tourismus einen Auf- und später wieder einen Abschwung erlebte. Das Dorf sei sehr ruhig geworden, sagt die Pensionärin.
Sie scheint sehr zufrieden mit ihrem Leben in Lungern, die Gemeinde sei für sie «immer alles gewesen». Und es ist nicht so, als ob sie nie aus dem Dorf herausgekommen wäre. Ihre Schwester ist in die USA ausgewandert und Vogler-Gasser hat sie dort besucht. Sie konnte nachvollziehen, warum Lungern der Schwester zu eng wurde. «Für mich wäre ein Leben dort nichts gewesen», sagt sie jedoch.
- 100 Jahre in Lungern: Lesen Sie hier den Artikel von SRF.
- Im Kanton Tessin leben die meisten Menschen, die 100 Jahre oder älter sind, schreibt die NZZExterner Link.
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