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TAGESÜBERBLICK WIRTSCHAFT

Bern (awp/sda) Montag, 13. Dezember 2010
KAFFEE WIRD TEURER: Wer in der Deutschschweiz einen Café Crème bestellt, zahlt durchschnittlich 3.95 Franken. Das sind 6 Rappen oder 1,54 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Der Preis für eine Tasse Kaffee ist in den letzten Jahren um über 10 Prozent gestiegen und damit deutlich stärker als das allgemeine Preisniveau. Der Landesindex der Konsumentenpreise stieg im selben Zeitraum mit 4,2 Prozent nicht einmal halb so stark.
GROSSE MEHRHEIT SEHR ZUFRIEDEN: Drei Viertel der Schweizer Bevölkerung ist mit der Lebenssituation sehr zufrieden. Dennoch gilt nach EU-Kriterien jede siebte Person als armutsgefährdet. 6,7 Prozent der Bevölkerung müssen materielle Entbehrungen hinnehmen, wie eine Erhebung des Bundesamtes für Statistik (BFS) zeigt. Zu den am stärksten armutsgefährdeten Gruppen zählen Eineltern-Familien, kinderreiche Familien, Ausländer, Personen mit geringer Ausbildung, Erwerbslose, Kinder und ältere Alleinstehende.
PHARMABRANCHE SIEHT VORTEILE DER PRÄMIENEXPLOSION: Steigende Gesundheitsausgaben belasten zwar die Haushalte. Sie bewirken aber auch Wirtschaftswachstum und heben die allgemeine Wohlfahrt, wie eine Studie im Auftrag der Pharmafirmen darlegt. Allein 2008 sind die Gesundheitsausgaben um 5,9 Prozent auf 58,5 Mrd. Fr. gestiegen, was 10,7 Prozent des Bruttoinlandprodukts ausmacht.
MATTER WIEDER BANKER: Ex-Swissfirst-Chef Thomas Matter kehrt zurück ins Bankgeschäft. Zweieinhalb Jahre nachdem in der Swissfirst-Affäre die Strafuntersuchung ergebnislos beendet wurde, gründet Matter eine Bank für Unternehmer. Die Finanzmarktaufsicht (Finma) hat Anfang Dezember eine Banklizenz erteilt. Der Name der neuen Bank mit Sitz im Zürcher Nobelquartier Seefeld soll später bekannt gegeben werden. Matter wird Verwaltungsratspräsident und hält 30 Prozent am Institut. Beteiligt sind auch die Gaydoul Group des ehemaligen Denner-Besitzers Philippe Gaydoul mit 9,5 Prozent und Ex-UBS-Konzernchef Marcel Rohner mit 5 Prozent.
MIGROS ERHÖHT VÖGELE-ANTEIL: Die Detailhändlerin Migros hat ihren Anteil an Charles Vögele erneut erhöht und hält nun mehr als 22 Prozent am Modehaus. Dies geht aus einer Offenlegungsmeldung der Börse hervor. Für die Migros sei das Investment weiterhin eine reine Finanzbeteiligung, sagte Migros-Sprecher Urs Peter Naef. Eingestiegen war die Migros bei Vögele im Februar 2008, seither hat sie ihren Anteil an der Modekette kontinuierlich ausgebaut.
WECHSEL BEI ROCHE: Im Verwaltungsrat des Pharmakonzerns Roche sollen drei bekannte Konzernleiter Einsitz nehmen: Das Basler Unternehmen schlägt der Generalversammlung vom 1. März 2011 Nestlé-Chef Paul Bulcke, den künftigen Lufthansa-Chef Cristoph Franz und Shell-Chef Peter Voser für die Wahl in das Gremium vor. Im Gegenzug verzichten der Zürcher Auto-Importeur und SVP-Vizepräsident Walter Frey sowie Wolfgang Ruttenstorfer auf eine Wiederwahl. Die Amtsdauer der Verwaltungsräte soll ausserdem von drei auf zwei Jahre gesenkt werden.
KEINE EINFACHE ZEIT FÜR KV-ABGÄNGER: Bei den diesjährigen KV-Lehrabgängerinnen und -Lehrabgängern hat sich die Lage zwar zum Teil entspannt. Allerdings sind laut einer Umfrage des Verbandes KV Schweiz immer noch 11 Prozent ohne Stelle. Eine feste Stelle haben bis November 83 (Juli: 67) Prozent der rund 10’000 KV-Lehrabgänger gefunden, davon aber rund 30 Prozent nur eine befristete. Knapp 6 Prozent müssen sich mit einem Praktikum begnügen.
CS BEREITET COCO-BOND VOR: Die Credit Suisse will im Laufe des nächsten Jahres ihre erste bedingte Pflichtwandelanleihe zur Vorsorge für den Krisenfall auflegen. Die sogenannten «Contingent Convertible Bonds» (CoCo-Bonds), werden automatisch in Eigenkapital gewandelt, wenn die Kapitalquote unter einen bestimmten Wert sinkt. Für solche Bonds hatte sich die Expertenkommission des Bundes ausgesprochen.
VON BAHN PROFITIERT: Die Matterhorn Gotthard Bahn (MGBahn) hat 2009 einen Wertschöpfungseffekt von 121 Mio. Franken ausgelöst. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Forschungsinstituts BAKBASEL. Auftraggeber der Studie sind die MGBahn und der Kanton Wallis. Jeder Arbeitsplatz der MGB – es sind 560 Vollzeitstellen – führte laut Studie zu weiteren 0,8 Arbeitsplätzen in der Region.
NEUE UHRENFABRIK: Die Uhrenmanufaktur Donzé-Baume plant in Les Breuleux JU rund 200 neue Arbeitsplätze. Bis 2012 will die zum Luxusgüterkonzern Richemont gehörende Firma an ihrem Standort in den Freibergen einen Neubau in Betrieb nehmen, bestätigte der Konzern Angaben der Neuenburger Tageszeitung «L’Impartial».
ALLIANZ STATT ALLIANZ SUISSE: Der Versicherer Allianz Suisse heisst künftig wie der deutsche Mutterkonzern nur noch Allianz. Die Änderung betreffe lediglich das Logo und habe keine Auswirkungen auf die Versicherungs- und Vorsorgeverträge, teilte das Unternehmen mit. Sowohl die Namen Allianz Suisse als auch Allianz hätten in der Schweiz einen gleichermassen hohen Bekanntheitsgrad, begründete das Unternehmen den Schritt.
GALDERMA BIETET FÜR Q-MED: Die Lausanner Dermatologie-Gruppe Galderma, Gemeinschaftsunternehmen von Nestlé und L’Oréal, will die schwedische Injektions-Spezialistin Q-Med übernehmen. Sie hat ein freundliches Übernahmeangebot über umgerechnet rund 1,06 Mrd. Fr. lanciert. Q-Med produziert unter anderem Antifalten-Mittel und Gel-Injektionen zur Brustvergrösserung ohne Operation, während sich Galderma auf Produkte gegen Haut-, Haar- und Nagelerkrankungen spezialisiert hat.
SGS EXPANDIERT: Der Genfer Warenprüfer SGS übernimmt für 180 Mio. Euro das spanische Unternehmen ITV, das auf Autoinspektionen spezialisiert ist. Inspección Técnica de Vehículos (ITV) erzielt in diesem Jahr einen Umsatz von 64 Mio. Euro. In Spanien verfügt es über 660 Mitarbeitende, die argentinische Niederlassung beschäftigt 173 Personen. SGS übernimmt ITV vom spanischen Konzern FCC.
OECD MAHNT SCHULDENABBAU AN: Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) fordert in den Euro-Staaten klare Vorgaben für den Schuldenabbau. Um die öffentlichen Finanzen zu stabilisieren, seien «detaillierte und glaubwürdige» Haushaltsentwürfe über mehrere Jahre nötig. Die OECD feierte überdies am Montag ihr 50-jähriges Bestehen. Ihr Ziel bleibe, den Regierungen zu helfen, eine bessere Politik für ein besseres Leben zu gestalten.
DELL WILL COMPELLENT: Der US-Computerkonzern Dell kauft den Speicher-Spezialisten Compellent Technologies. Die Übernahme habe einen Wert von rund 960 Mio. Dollar, teilte Dell mit. Dell will wie die Rivalen Hewlett-Packard und IBM über das klassische PC-Geschäft hinauswachsen.
A&P IST ÜBERSCHULDET: Der deutsche Detailhändler Tengelmann, zu dem auch die Baumarktkette Obi gehört, muss einen grossen Dämpfer einstecken: Seine US-Tochter A&P ist pleite. Das Geschäft läuft aber zunächst weiter. A&P ist mit 3,2 Mrd. Dollar verschuldet.

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