TAGESÜBERBLICK WIRTSCHAFT
Bern (awp/sda) – Freitag, 7. Oktober 2011
ARBEITSLOSIGKEIT STABIL: Das eingetrübte wirtschaftlichen Umfeld schlägt noch nicht auf den Schweizer Arbeitsmarkt durch. Im September ging die Zahl der Arbeitslosen leicht um 343 auf 111’344 Personen zurück. Die Arbeitslosenquote betrug den vierten Monat in Folge 2,8 Prozent. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) geht davon aus, dass der Tiefpunkt erreicht ist, und erwartet für die kommenden zwölf Monate einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit, vor allem wegen der Frankenstärke. Demnach wird die Arbeitslosenquote 2012 im Jahresdurchschnitt 3,4 Prozent betragen, gegenüber 3,1 Prozent im laufenden Jahr. Vom Anstieg betroffen sein dürften laut Seco vor allem die Industrie, der Tourismus, der Detailhandel und die Finanzwirtschaft.
DROHENDE SCHLIESSUNG: In Bern droht 45 Angestellten der MALI International die Entlassung. Der in der Getriebe-, Pumpen- und Spritzentechnik tätige Konzern will Ende dieses Jahr den Betrieb redimensionieren oder einstellen. Als Grund für die Massnahmen gibt die Leitung von MALI den ungenügenden Erlös an. In einem Brief an die Angestellten bot MALI diesen an, bis zum 19. Oktober Vorschläge zur Vermeidung der Schliessung zu machen. MALI hatte die 45 Mitarbeiter im Sommer vergangenen Jahres vom Druckmaschinenhersteller Wifag übernommen, nachdem dieser die Entlassung von 170 Angestellten bekanntgegeben hatte.
MEHR NEUE JOBS: Der US-amerikanische Arbeitsmarkt hat sich im September besser entwickelt als erwartet. Unter dem Strich kamen 103’000 neue Arbeitsplätze hinzu. Ökonomen hatten lediglich rund 60’000 erwartet. Die Arbeitslosenquote lag allerdings weiter bei hohen 9,1 Prozent. Mehr Jobs gab es im September vor allem in Dienstleistungsbereich, im Gesundheitssektor und im Baugewerbe. Positiv waren auch die Korrekturen der Vormonate: Im August kamen demnach 57’000 Jobs hinzu. Zuvor hatten die Statistiker Nullwachstum gemeldet. Im Juli wurden 127’000 neue Stellen registriert, nachdem zuvor von 85’000 die Rede war.
BANKEN HERABGESTUFT: Moody’s hat am Freitag die Bonität von zwölf britischen und neun portugiesischen Banken herabgestuft. Die Ratingagentur begründete die Abstufung der britischen Institute mit Zweifeln an der Bereitschaft der Regierung, die Banken im Krisenfall zu unterstützen. Bei den portugiesischen Banken nannte Moody’s die Belastung durch die hohe Staatsverschuldung als Grund für die tiefere Bewertung. Herabgestuft wurde unter anderem die Kreditwürdigkeit der britischen Royal Bank of Scotland und der Bausparkasse Nationwide sowie der staatlich kontrollierten Caixa Geral de Depositos und Banco Comercial Portugues in Portugal.
JAPAN LÄSST LEITZINS KONSTANT: Trotz der weltweiten Konjunkturabkühlung lässt die japanische Notenbank den Leitzins unverändert und verzichtet auf neue Konjunkturspritzen. Der Zins bleibt damit bei einer Spanne von niedrigen 0 bis 0,1 Prozent. Die Bank of Japan geht davon aus, dass die heimische Wirtschaft nach dem Erdbeben im März ihre Erholung fortsetzen wird. Das Wachstum in Übersee dürfte sich laut den Währungshütern verlangsamen, aber getragen von den Schwellenländern im Trend gefestigt bleiben.
DEUTSCHE INVESTITIONEN IN GRIECHENLAND: Deutschland will Griechenland mit Investitionen in die Wirtschaft unter die Arme greifen, um dem Land aus der Misere zu helfen. Der deutsche Wirtschaftsminister Philipp Rösler und sein griechischer Amtskollege Michalis Chrysochoidis unterzeichneten am Freitag eine entsprechende Erklärung. Insbesondere will Deutschland das hochverschuldete Land bei Finanzierungen gewerblicher Investitionsprojekte unterstützen, wie es in der Erklärung hiess. Weiter verspricht die deutsche Regierung, für neue Fördermöglichkeiten auf EU-Ebene zu werben. Ausserdem will sie mit dem Einsatz deutscher Beamter zum Bürokratieabbau im Mittelmeerstaat beitragen.