Navigation

TAGESÜBERBLICK WIRTSCHAFT

Dieser Inhalt wurde am 25. November 2009 - 17:30 publiziert

Bern (awp/sda) - Mittwoch, 25. November
Bern (awp/sda) - FUSION IM TELEKOM-MARKT: France Télécom schluckt Sunrise und schliesst sie mit der eigenen Tochter Orange Schweiz zu einem neuen Unternehmen zusammen. Damit entsteht neben Branchenleader Swisscom ein zweiter grosser Player auf dem Schweizer Telekom-Markt. Das neue Unternehmen wird nach Angaben von Orange und Sunrise rund 3,4 Millionen Mobilfunkkunden und 1,1 Millionen Festnetz- und Breitbandinternetkunden umfassen. France Télécom hat für die Übernahme von Sunrise 1,5 Mrd. Euro an die bisherige dänische Besitzerin TDC bezahlt und erhält dafür 75 Prozent der Aktien. Die restlichen 25 Prozent bleiben bei der TDC. Der Verwaltungsrat der neuen Gesellschaft wird mehrheitlich von France Télécom besetzt, Geschäftsführer soll Orange-Chef Thomas Sieber werden. Sunrise-Chef Christoph Brand bleibt lediglich bis zum Abschluss der Transaktion im Amt. Die definitive Vertragsunterzeichnung wird für die zweite Hälfte Februar 2010 erwartet. Der Vollzug der Transaktion ist von der Zustimmung durch die Wettbewerbskommission (Weko) abhängig.
ABNEHMENDE BAUTÄTIGKEIT: Nun spürt auch die Bauwirtschaft die Krise: Von Oktober bis Dezember dürfte sich die Bautätigkeit in der Schweiz das zweite Quartal in Folge abschwächen. Der von der Credit Suisse und dem Schweizerischen Baumeisterverband (SBV) erstellte neue Bauindex sank im vierten Quartal auf 124 Punkte (1996=100). Im zweiten Quartal hatte der Index des nominalen, saisonbereinigten Bauvolumens noch fast 130 Zähler erreicht. Wegen der abnehmenden Aktivität im Tiefbau in Kombination mit der schon seit längerem schwächelnden Hochbautätigkeit werde die Branche nun vom Abschwung erfasst, hiess es im Communiqué der CS. Weil markant weniger Baugesuche für Wohnbauten eingereicht und Baubewilligungen erteilt würden, dürfte das Bauhauptgewerbe bald noch stärker in Mitleidenschaft gezogen werden. Dies werde den Hochbauindex, einer der zentralen Komponenten des Bauindexes, endgültig auf Talfahrt schicken.
IWF-KRISENTOPF AUFGESTOCKT: Der Internationale Währungsfonds (IWF) baut seine Mittel im Kampf gegen die Wirtschafts- und Finanzkrise aus. Der ursprünglich auf 500 Mrd. Dollar ausgelegte Krisentopf wird um 100 Mrd. Dollar aufgestockt. Darauf einigten sich die 26 Länder der so genannten Kreditvereinbarung "New Arrangements to Borrow" (NAB). IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn begrüsste die Entscheidung und sagte, dies stärke die internationale Finanzarchitektur. Strauss-Kahn warnte davor, die Massnahmen gegen die internationale Finanzkrise schnell aufzuheben. Sonst bestehe das Risiko, dass die Weltwirtschaft erneut in die Krise gerate. Erstmals in diesem Jahr steuerten Schwellenländer wie China, Russland, Indien und Brasilien Mittel bei. Sie machten gleichzeitig deutlich, weitere Gelder nur gegen mehr Einfluss beim IWF bereitzustellen. Entscheide über die künftige Verteilung der Sitze im IWF-Exekutivrat und damit über mehr Mitspracherecht der Schwellenländer sollen an der Frühjahrstagung 2010 in Washington fallen.
KEINE OPELWERK-SCHLIESSUNGEN: General Motors (GM) will trotz tiefgreifender Sanierung alle vier deutschen Opel-Werke erhalten. Das Restrukturierungskonzept sieht nach Angaben von GM-Europachef Nick Reilly keine Werkschliessungen vor. Dennoch müssen Tausende der 25'000 Opel-Beschäftigten in Deutschland weiter um ihren Arbeitsplatz bangen. General Motors hat bestätigt, in Deutschland bis zu 5400 Stellen bei Opel abbauen zu wollen. "Rund 50 bis 60 Prozent der geplanten Kürzungen betreffen Deutschland", sagte Nick Reilly. Insgesamt sind 9000 Jobs der insgesamt rund 50'000 Stellen bedroht.Das Ausmass des Stellenabbaus dürfte auch von der Höhe etwaiger Staatshilfen abhängen.
VERLUSTREICHES AUTOGESCHÄFT: Porsche leidet stark unter der missglückten VW-Übernahme und stellt sich auf einen steinigen Weg zur Verschmelzung mit Europas grösstem Autohersteller ein. Im Ende Juli beendeten Geschäftsjahr 2008/2009 verbuchte die Dachgesellschaft Porsche Automobil Holding SE mit Sitz in Stuttgart trotz eines Gewinns im Autogeschäft unter dem Strich einen Verlust von 3,6 Mrd. Euro. In der Dachgesellschaft sind das Porsche-Sportwagengeschäft und die Beteiligung an VW gebündelt. Ausschlaggebend für die roten Zahlen war unter anderem, dass die Stuttgarter ihre Optionen auf VW-Aktien abgewertet hatten, um diese besser verkaufen zu können. Für das laufende Geschäftsjahr stellte der Chef der Porsche AG, Michael Macht, Zuwächse bei Absatz und Umsatz in Aussicht. In den ersten drei Monaten seien die Verkäufe jedoch erneut geschrumpft. Der Auftragseingang sei dagegen im Vergleich zum Vorjahr um ein Viertel gestiegen.
SCHWACHER COMPUTERSPIELMARKT: Der Video- und Computerspielmarkt ist im dritten Quartal weiter rückläufig gewesen. Der Umsatz ging im Vergleich zum Vorjahresquartal um 15,8 Prozent auf 69,5 Mio. Fr. zurück, wie die Swiss Interactive Entertainment Association (SIEA) mitteilte. Bei den Spielkonsolen verringerte sich der Umsatz der Branche um 19,7 Prozent auf 27,9 Mio. Franken, bei den Computerspielen resultierte ein Umsatzminus von 12,9 Prozent auf 41,7 Mio. Franken. Im Hinblick auf das Weihnachtsgeschäft zeige sich die Branche "verhalten zuversichtlich". SIEA-Geschäftsführer Peter Züger geht davon aus, dass das Weihnachtsgeschäft konstant bleibt. Die Wirtschaftskrise hatte den Video- und Computerspielmarkt erstmals im zweiten Quartal 2009 erfasst. Damals brach der Gesamtumsatz um über einen Fünftel auf 65,7 Mio. Fr. ein.
US-DOLLAR AUF REKORDTIEF: Zum zweiten Mal in seiner Geschichte ist der US-Dollar unter die Parität zum Schweizer Franken gefallen. Am Mittwoch um 12.40 Uhr kostete der US-Dollar mit 0,9995 Fr. weniger als ein Schweizer Franken. Gleichzeitig stieg der Euro auf 1,5088 Dollar. Letztmals - und gleichzeitig erstmals - war der US-Dollar am 14. März 2008 unter die Parität zum Franken gefallen. Der bisher tiefste je gesehene Kurs wurde drei Tage danach bei 0,9631 Fr. notiert.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen

Passwort ändern

Soll das Profil wirklich gelöscht werden?