Tiefste Wahlbeteiligung im Aargau seit 20 Jahren
In den vergangenen knapp 20 Jahren hat keine Regierungsratswahl im Aargau so wenig Menschen an die Urne gelockt wie die von gestern. Das bestätigt die Staatskanzlei auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Die Wahlbeteiligung lag bei 21,01 Prozent.
(Keystone-SDA) In zwei Jahrzehnten habe man keine Abstimmung oder Wahl gefunden, an der die Beteiligung tiefer gewesen sei, sagte Paloma Meier-Martino, die Kommunikationsleiterin der Staatskanzlei Aargau, am Montag.
Der Blick ins Archiv zeigt: Im Oktober 2024 lag die Beteiligung bei den Regierungsrats- und Grossratswahlen bei 32,22 Prozent. Vier und acht Jahre zuvor waren es 32,38 Prozent. Als zum letzten Mal nur eine neue Person in den Regierungsrat gewählt wurde – 2019 – lag die Beteiligung im ersten Wahlgang bei 43,89 Prozent. Im zweiten dann bei 37,39 Prozent.
«Je mehr Geschäfte, desto höher die Beteiligung»
Die tiefe Beteiligung an der Wahl von Maja Riniker (FDP) in den Regierungsrat hat laut Meier-Martino mehrere Gründe: «Einerseits gab es nur einen Sitz im Regierungsrat zu bestimmen, nicht mehrere. Andererseits war die Ersatzwahl die einzige Vorlage.» Grundsätzlich gelte: «Je mehr Geschäfte, desto höher ist die Beteiligung.»
Seit 1988 hätten Regierungsratsersatzwahlen denn auch nie an einem ausserordentlichen Termin stattgefunden, sondern immer an Blanko-Abstimmungsterminen, auf die noch andere Geschäfte gefallen seien, sagte Meier-Martino. Dies erkläre die höheren Beteiligungen in den vergangenen knapp 20 Jahren.
Anders sieht es übrigens bei nationalen Abstimmungen aus: Bei sämtlichen Vorlagen in diesem Jahr lag die Stimmbeteiligung im Aargau zwischen 45,4 und 59,6 Prozent.