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Trockenheit und Hitze könnte Weinlese im Kanton Luzern vorziehen

Keystone-SDA

Die anhaltende Trockenheit und Hitze lassen die Trauben früher reifen. Die Luzerner Rebbaukommissärin Nicole Theiler rechnet deshalb damit, dass die Weinlese dieses Jahr "einige Tage bis zwei Wochen" früher beginnen könnte als in einem durchschnittlichen Jahr.

(Keystone-SDA) Ob die Weinlese dann tatsächlich früher beginnt, hängt jedoch von der Witterung im August und September ab, sagt Theiler gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Die Rebbaukommissärin ist die Fachperson für den Weinbau in der Zentralschweiz. «Warmes Wetter beschleunigt die Entwicklung der Reben.»

Für eine Prognose zur Qualität und Menge des Jahrgangs 2026 sei es «noch zu früh». Erste Tendenzen seien jedoch zu erkennen, sagt die Willisauerin. «Bleiben grössere Wetterextreme bis zur Ernte aus, bestehen sehr gute Chancen auf einen qualitativ hochwertigen Jahrgang».

Die trockenen und warmen Bedingungen reduzieren zudem den Pilzdruck, so Theiler. Gleichzeitig erwartet die Weinbau-Fachfrau wegen der Trockenheit eher kleinere Beeren und damit einen geringeren Ertrag. «Wie stark die Einbussen ausfallen, hängt unter anderem vom Standort und der Wasserversorgung der Reben ab.»

Trockenheit senkt Risiko für Pflanzenkrankheit

Der warme und trockene Sommer ist optimal für die Reben, sofern im Boden genügend Wasser vorhanden sei, sagt Theiler. Die Trockenheit senke zudem das Risiko für falschen Mehltau, eine Pflanzenkrankheit, die vor allem bei feucht-kühler Witterung auftritt.

Empfindlicher reagieren hingegen die Jungreben: Fehle ihnen Wasser, werde ihr Wachstum gebremst und im Extremfall könnten einzelne Pflanzen absterben, erklärt die Rebbaukommissärin.

Grundsätzlich seien Reben im Vergleich zu Ackerkulturen oder Futterbau jedoch «trockenheitstoleranter». Warum? «Ihr Wurzelsystem ermöglicht es ihnen, Wasser aus tieferen Schichten zu erschliessen.»

Nicht jede Weinsorte reagiert gleich

Im Kanton Luzern ist mehr als die Hälfte der Rebfläche mit pilzwiderstandsfähigen Rebsorten, sogenannten Piwi, bepflanzt. Schweizweit weist kein anderer Kanton einen höheren Anteil auf. Diese Sorten kämen mit der Wärme und der Trockenheit «sehr gut zurecht», sagt Theiler. Die aktuellen Wetterverhältnisse wirken sich auch positiv auf die klassischen Rebsorten wie Pinot Noir und Chardonnay aus. Am stärksten profitierten in der Region jedoch spätreifende Rebsorten wie Merlot, Blaufränkisch oder Cabernet Sauvignon. «Die veränderten klimatischen Bedingungen eröffnen dem Weinbau in der Zentralschweiz neue Chancen», sagt Theiler.

Empfindlicher reagieren könnte die Sorte Müller-Thurgau, insbesondere auf trockenen Standorten. Auch der Sauvignon Blanc kann unter Hitze an Frische und typischer Aromatik verlieren, so die Winzerin. Entscheidend seien indes nicht nur die Rebsorte, sondern auch der Standort, die Bodenbeschaffenheit, die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens und das Alter der Reben.

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