Ukrainische Grossstadt Charkiw unter Dauerbeschuss
Die ostukrainische Grossstadt Charkiw nahe der Grenze zu Russland wird nach Behördenangaben seit mehr als einem Tag von ständigen russischen Luftangriffen überzogen. In der Nacht auf Freitag habe es vier Raketenangriffe gegeben, schrieb der Militärgouverneur des Gebietes Charkiw, Oleh Synjehubow, auf Telegram. Auch Drohnen wurden eingesetzt. Die Polizei berichtete morgens von fünf Verletzten und Schäden an Wohnhäusern und Bürogebäuden.
(Keystone-SDA) Karfreitag ist nach Zählung des ukrainischen Generalstabs der 1.500. Tag der gross angelegten russischen Invasion. Kremlchef Wladimir Putin hatte seine Truppen am 24. Februar 2022 in das Nachbarland einmarschieren lassen.
Schnelle russische Kampfdrohnen mit Jetantrieb
Schon am Donnerstag griff die russische Armee Charkiw immer wieder mit Kampfdrohnen an. In der Stadt herrschte fast rund um die Uhr Luftalarm. Ukrainische Rettungskräfte sprachen von russischen Drohnen des iranischen Bautyps Shahed mit schnellem Jetantrieb. Deren Flugzeit von Russland bis Charkiw sei so kurz, dass eine Abwehr schwierig sei. Die zweitgrösste Stadt der Ukraine, die vor dem Krieg 1,4 Millionen Einwohner zählte, liegt nur etwa 40 Kilometer von der russischen Grenze entfernt.
Ukrainische Drohnen über Russland
Auf russischer Seite teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit, in der Nacht auf Freitag seien 192 ukrainische Drohnen abgefangen worden. Zu Treffern wurde nichts bekannt. Die Flugbahn der ukrainischen Angriffe liess darauf schliessen, dass die russischen Ölexporthäfen am Finnischen Meerbusen bei St. Petersburg erneut ein Ziel waren.