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BRÜSSEL (awp international) - Die Gespräche auf europäischer Ebene über eine Einbindung privater Gläubiger bei einem zweiten Rettungspaket für Griechenland dauern an. "Wir prüfen Wege, bei denen private Gläubiger auf freiwilliger Basis zustimmen würden, ihr Engagement aufrecht zu erhalten", sagte der Sprecher von EU-Währungskommissar Olli Rehn am Freitag in Brüssel.
Es müsse dabei auf jeden Fall verhindert werden, dass Marktbeteiligte die Einbindung von privaten Gläubigern - das sind vor allem Banken oder Versicherungen - als einen Zahlungsausfall einstuften. Eine der Varianten, die debattiert werden, ist die sogenannte Wiener Lösung, wonach Gläubiger neuen Anleihen kaufen, wenn die alten auslaufen.
EU-Diplomaten sprachen ergänzend von Verhandlungen, die technisch äussert kompliziert seien, denn es werde bei der Rettung von Griechenland Neuland betreten. Je nachdem, ob man Privatisierungserlöse in Griechenland mit einrechne oder nicht, könnte das Paket einen Umfang von 90 Milliarden Euro bis 120 Milliarden Euro haben.
Athen hatte bereits von gut einem Jahr ein Paket von Europäern und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) von 110 Milliarden Euro erhalten. Die nächste Tranche von 12 Milliarden Euro ist im Juli fällig - Athen braucht sie dringend, freigegeben ist sie noch nicht.
Die Finanzminister der 27 EU-Staaten kommen an diesen Dienstag (14.) in Brüssel zu einem informellen Abendessen zusammen. Sie wollen dabei über die Gesetzesvorschläge zur Verbesserung der europäischen Wirtschaftsaufsicht und zur Verschärfung des Euro-Stabilitätspaktes sprechen. Derzeit laufen Verhandlungen dazu mit dem Europaparlament - das sehr umfangreiche Paket soll noch im Juli unter Dach und Fach gebracht werden.
Experten halten es für wahrscheinlich, dass am Rande des Sondertreffens auch über die schwere Griechenland-Krise gesprochen werden wird. Aus dem Umfeld des Vorsitzenden der Euro-Finanzminister, Jean-Claude Juncker, hiess es aber, es solle keine Eurogruppe am Dienstag geben. Die nächste Eurogruppe, also ein Treffen der 17 obersten Kassenhüter des Eurogebiets, ist für den 20. Juni in Luxemburg geplant./cb/DP/bgf

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