Wetten auf eine Zukunft mit weniger CO2 im Kanton St. Gallen
Im Kanton St. Gallen laufen aktuell zwei Projekte, die auf den Ideen des Startups 42hacks beruhen. Bei der Mobilitätsallianz geht es um die Arbeitspendler, bei der Aktion "100in100" um den Ersatz von fossilen Heizungen.
(Keystone-SDA) Mit der Mobilitätsallianz will der Kanton St. Gallen Arbeitspendler zum Umstieg auf den öffentlichen Verkehr bewegen und so den CO2-Ausstoss reduzieren. Das Konzept stammt von der Genossenschaft 42hacks mit Sitz in Trogen.
Wie dies funktioniert, zeigt sich bei Bühler in Uzwil. Eine Auswertung der Arbeitswege zum Unternehmen belegte, dass etwa 30 Prozent der rund 3000 Mitarbeitenden ohne viel Umsteigen und etwa gleich schnell wie mit dem Auto mit dem ÖV anreisen könnten.
Deshalb vergünstigte das Unternehmen beim Verzicht auf einen kostenlosen Parkplatz die Ausgaben für den ÖV – etwa mit einem Jahresabonnement für alle Zonen des Tarifverbundes des jeweiligen Wohnorts. Die Gemeinde erweiterte das Leih-Angebot für Scooter und Velos um zehn Stationen für den Weg zwischen Bahnhof und Firma.
Ähnliche Konzepte wurden auch bei SFS in Heerbrugg umgesetzt. Der Kanton will künftig auch kleinere Unternehmen an der Mobilitätsallianz beteiligen.
«100in100» in drei Gemeinden
Die Aktion «100in100» wurde erstmals in Uzwil durchgeführt und läuft aktuell in Diepoldsau und in der Stadt St. Gallen. Das Konzept funktioniert wie eine Wette: Gelingt es innerhalb von 100 Tagen, 100 Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer zum Wechsel von einer Öl- oder Gasheizung zu einer Wärmepumpe zu bewegen?
Das zentrale Angebot ist die Übernahme der ganzen Bürokratie, die beim Ersatz einer Heizung anfällt. 42hacks arbeitet eng mit dem lokalen Gewerbe zusammen und koordiniert die Arbeiten. Angekündigt werden bis zu 20 Prozent tiefere Preise.