Kanton Bern: 80 Millionen Franken für Bewältigung der Sturmschäden
Das Berner Kantonsparlament, der Grosse Rat, hat am Mittwoch (09.02.) 80 Mio. Franken zur Bewältigung der Schäden bewilligt, die der Orkan "Lothar" am 26. Dezember 1999 anrichtete. Die Regierung wollte über 100 Mio. Franken gewähren.
Der Orkan «Lothar» hat am Mittwochmorgen (09.02.) im bernischen Kantonsparlament für Wirbel gesorgt: Nach zähem Feilschen um die Kredithöhe zur Bewältigung der Sturmschäden bewilligte das Parlament schliesslich 80 Mio. Franken und blieb damit 22.5 Mio. Franken unter dem Betrag, den die Regierung gewähren wollte.
Die bewilligte Summe entspricht einer Kompromisslösung. Im Gegensatz zur Regierung, die über 100 Mio. bewilligen wollte, hatten die Geschäftsprüfungskommmission GPK , die Finanzkommission Fiko und die Sozialdemokraten SP nur 50 Mio. gewähren wollen. Nach fast sechsstündiger Debatte entschied sich das Parlament mit 111 zu 54 Stimmen für einen Kredit in der Höhe von 80 Mio. Franken.
Warnung der Forstdirektorin
Forstdirektorin Elisabeth Zölch (SVP) warnte in ihrem Votum eindringlich vor allen Anträgen, die unter der 80-Mio.-Limite liegen. Mit 50 Mio. Franken könnten nur noch Massnahmen zu Gunsten von Wäldern mit besonderer Schutzfunktion ausgeführt werden.
Alle andern Gebiete, also auch das schwer betroffene Emmental sowie der Jura und das Mittelland würden leer ausgehen, warnte Zölch weiter. Die Bevorschussung und die Beiträge von Nasslagern würde hinfällig. Man könne nicht das Konzept der Regierung anerkennen und derart massiv kürzen.
Zölch zeigte auch auf, wie stark der Bundesbeitrag im Falle der Kreditkürzung herabgesetzt würde. Die Annahme des Regierungsantrags hätte 125 Mio. von seiten des Bundes ausgelöst; beim nun gutgeheissenen Antrag seien es noch 100 Mio. Hätte der Kanton Bern nur 50 Mio. Franken gewährt, wäre die Unterstützung des Bundes auf 62 Mio. Franken gekürzt worden.
Kanton Bern am stärksten betroffen
Der Kanton Bern ist vom gewaltigen Sturm vom 26. Dezember 1999 am stärksten betroffen worden. Schweiz weit wurden rund 12 Mio. Kubikmeter Holz durch den Orkan gefällt. Auf das Bernbiet entfallen davon 5 Mio. Kubikmeter.
SRI und Agenturen
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