SVP-Nationalrätin Lisbeth Fehr macht Blocher schwere Vorwürfe
Die SVP habe totalitäre Züge angenommen und sich von ihren Grundanliegen abgewandt. Christoph Blocher zeichne dafür verantwortlich. Dies sagte die Zürcher SVP-Nationalrätin Lisbeth Fehr in einem Interview mit der Zeitung "Der Landbote".
Die SVP habe totalitäre Züge angenommen und sich von ihren Grundanliegen abgewandt. Christoph Blocher zeichne dafür verantwortlich. Dies sagte die Zürcher SVP-Nationalrätin Lisbeth Fehr in einem Interview mit der Zeitung «Der Landbote».
Sie wolle deshalb aber nicht aus der Partei austreten, für die sie gewählt wurde, sagte Fehr in dem am Samstag (18.03.) veröffentlichten Interview mit dem «Landboten». In letzter Zeit diktierten Exponenten eine Politik, die dem Grundgedanken der SVP, der Demokratie, nicht mehr entspreche. Jede andere Meinung werde ausgegrenzt.
Auf die Exponenten angesprochen, sagte Fehr, dies seien drei Personen: «Herr Blocher, Herr Blocher und Herr Blocher.» Dieser sei umgeben von einer «kopfnickenden Gefolgschaft», deren Namen Fehr nicht nennen wollte.
Der Erfolg habe Blocher Auftrieb gegeben. Es sei aber nicht ein Erfolg des Zürcher, sondern des «Hardliner-Flügels». Dessen Anliegen hätten mit jenen der «einfachen SVPler nichts mehr zu tun». In der Partei gebe es kein Miteinander mehr. Die SVP arbeite nicht mehr an konstruktiven Lösungen mit anderen Parteien. Die Polarisierung, auf die sich die Partei derzeit einlasse, sei der Schweiz nicht förderlich, sagte Fehr.
Berner Flügel will sich national stärker durchsetzen
Die Berner SVP will sich künftig stärker national durchsetzen. Dies kündigt Kantonalpräsident Hermann Weyeneth in einem Brief an die 26’000 Mitglieder der Kantonalpartei an. Von Austritten aus der Partei rät Weyeneth ab. Das Schreiben wurde von der Sonntagspresse publik gemacht.Direkte Kritik am Zürcher Flügel gibt es darin nicht: Es sei nicht Sache der Parteileitung der SVP des Kantons Bern, das Verhalten anderer Kantonalparteien und ihrer Exponenten öffentlich zu beurteilen.
In erster Linie will Hermann Weyeneth seiner Kantonalpartei mehr Respekt verschaffen. «In unserem direkten Einflussbereich im Kanton Bern wollen wir einen politischen Stil beibehalten, der weder in unseren Reihen, noch bei anderen Hass entstehen lässt.» Die Berner SVP dulde in ihren Reihen weder Fremdenhass noch Antisemitismus.
swissinfo und Agenturen
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