Amtliche Ergebnisse: Jotowa zu Bulgariens Präsidentin gewählt
Die bulgarische Präsidentin Ilijana Jotowa hat die Stichwahl um das höchste Staatsamt des EU- und Nato-Landes klar gewonnen. Das geht aus den amtlichen Ergebnissen hervor, die von der Zentralen Wahlkommission (ZIK) nach Auszählung aller Wahlprotokolle in Sofia veröffentlicht wurden.
(Keystone-SDA) Die frühere sozialistische EU-Abgeordnete Ilijana Jotowa kam den Angaben zufolge mit 57,5 Prozent der Stimmen auf Platz eins. Herausforderer Andrej Gjurow landete als Kandidat des prowestlichen liberal-konservativen Oppositionslagers mit 39,4 Prozent auf dem zweiten Platz.
Jotowa wurde von der allein regierenden Mitte-Links-Partei Progressives Bulgarien unterstützt. Es bleibt abzuwarten, ob sie als Präsidentin ein effektives Korrektiv der Regierung von Ministerpräsident Rumen Radew sein wird.
Ukraine-Krieg prägt Wahl in Bulgarien
Der Ukraine-Krieg in Bulgariens unmittelbarer Nähe gab der Wahl auch eine aussenpolitische Dimension. In der bulgarischen Wirtschaftszone im Schwarzen Meer – und auch in der des Nachbarlandes Rumänien – häuften sich in den vergangenen Wochen Drohnenangriffe auf Handelsschiffe. Die prowestliche Opposition forderte die Mitte-Links-Regierung in Sofia zum konsequenteren Handeln auf.
Jotowa setzte sich im Wahlkampf immer wieder für eine Friedenslösung für die Ukraine durch Verhandlungen mit Russland ein. Sie sagte, sie wolle eine bulgarische «Präsidentin des Friedens» sein. Die neu gewählte Präsidentin soll am 22. Januar 2027 ihr Amt antreten.
Erste gewählte Frau im Präsidentenamt
Die 62-jährige Jotowa wird Bulgariens siebtes Staatsoberhaupt nach der Wende von 1989 sein. Dabei ist sie die erste Frau, die direkt vom Volk gewählt wurde – was in dem Balkanland als Zeichen für Emanzipation gewertet wurde. Als Präsidentin ist Jotowa auch Oberbefehlshaberin der Streitkräfte.
Die frühere Journalistin bekleidet das höchste Staatsamt zwar bereits seit Januar 2026, wurde bislang aber nicht persönlich gewählt. Als damalige Vizepräsidentin übernahm sie vorübergehend das Amt, nachdem Staatschef Radew zurückgetreten war, um an einer vorgezogenen Parlamentswahl teilzunehmen.
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