Asylunterkunft für Minderjährige in Windisch AG bleibt länger
Die Asylunterkunft für minderjährige Asylsuchende in Windisch AG bleibt um maximal eineinhalb Jahre länger in Betrieb. Der Regierungsrat hat einen Kredit von 540'000 Franken gesprochen. Die Unterkunft hatte 2023 Aufsehen erregt, weil Vormieter gekündigt wurden.
(Keystone-SDA) Das geplante Neubauprojekt der Vermieterin verzöge sich, teilte die Staatskanzlei Aargau am Freitag mit. Der ursprünglich abgeschlossene Mietvertrag wäre Ende Juni abgelaufen. Die Eigentümerin stelle die Liegenschaften dem Kantonalen Sozialdienst (KSD) erneut befristet für bis zu maximal eineinhalb Jahre zur Verfügung.
Die Liegenschaften in Windisch seien aufgrund der kleinen Wohneinheiten sowie der Nähe von Schulen für die Unterbringung von unbegleiteten Minderjährigen aus dem Asylbereich (UMA) besonders geeignet, hält die Staatskanzlei fest. Personal des KSD stelle die Betreuung der UMA rund um die Uhr sicher.
Nach Angaben der Gemeinde Windisch leben derzeit 58 Jugendliche in den Liegenschaften. Der Projektstart im Jahr 2023 war von intensiven Diskussionen geprägt, wie die Gemeinde am Freitag in einer Medienmitteilung festhält.
Regierungsrat räumte Fehler ein
Die Kündigung von 49 Mietverhältnissen zugunsten der geplanten kantonalen Nutzung habe damals grosse Betroffenheit und Kritik ausgelöst. Die Gemeinde habe innert kürzester Zeit nationale Aufmerksamkeit erlangt.
Der Regierungsrat räumte danach Fehler bei der Evaluation der Unterkunft ein. Dem Aspekt der bestehenden Mietverhältnisse und den Konsequenzen für die Mietenden sei «keine Beachtung geschenkt» worden, hiess es damals.
Bewusstsein für Verantwortung
Mittlerweile ist Ruhe eingekehrt. Windisch habe Solidarität gezeigt – sowohl mit den betroffenen Mietenden als auch mit den geflüchteten Menschen, hält der Gemeinderat fest. Dieses gemeinsame Verantwortungsbewusstsein habe wesentlich dazu beigetragen, die Situation konstruktiv zu bewältigen und eine tragfähige Lösung für alle Beteiligten zu ermöglichen.
Die Abläufe seien geklärt und die Zusammenarbeit zwischen Gemeinde, Kanton, Unterkunft, Freiwilligen und Nachbarschaft strukturiert. Eine regelmässig tagende Begleitgruppe unterstütze den konstruktiven Austausch, hält die Gemeinde weiter fest. Der Schwerpunkt liege auf der verantwortungsvollen Betreuung der Jugendlichen und einem guten Zusammenleben im Quartier.