Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
In rund zehn Tagen wird feststehen, wer offiziell für die Nachfolge des zurücktretenden Bundesrats Guy Parmelin kandidiert.
Noch mehr als die möglichen Kandidaturen beschäftigt die Medien derzeit allerdings die Frage, wie die Departemente im Bundesrat neu verteilt werden könnten. Der aktuelle Justizminister, SP-Bundesrat Beat Jans, hat Interesse an einem Wechsel ins Wirtschaftsdepartement bekundet.
Entgegen dem, was man vermuten könnte, scheint diese Idee bei den Gewerkschaften jedoch wenig Begeisterung auszulösen.
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Die Nachfolge des zurücktretenden Wirtschaftsministers Guy Parmelin beschäftigt die Schweizer Medien weiterhin. Prominente Absagen, neue Namen und die Frage nach der künftigen Verteilung der Departemente sorgen für Gesprächsstoff.
Die St. Galler Ständerätin Esther Friedli galt zunächst als eine der Favoritinnen für die Nachfolge des SVP-Bundesrats. Nun hat sie erklärt, dass sie nicht für einen Sitz in der Landesregierung kandidieren wolle. Friedli brachte jedoch den Walliser Staatsrat Franz Ruppen als möglichen Bundesrat ins Spiel. Ruppen sass von 2015 bis 2021 für die SVP im Nationalrat und hatte mit seiner radikalen Haltung gegenüber dem Wolf für Aufsehen gesorgt. Mindestens einmal hatte er dessen Ausrottung gefordert.
Als aussichtsreichste Kandidatinnen gelten derzeit weiterhin die Zürcher Regierungsrätin und ehemalige Nationalrätin Natalie Rickli sowie die Genfer Nationalrätin und SVP-Vizepräsidentin Céline Amaudruz.
Fast noch mehr als die Frage, wer neu in den Bundesrat einzieht, sorgt die mögliche Neuverteilung der Departemente für Diskussionen. Medienberichten zufolge streben Verteidigungsminister Martin Pfister (Mitte) und Justizminister Beat Jans (SP) einen Departementswechsel an.
Jans soll bereits Interesse bekundet haben, das Wirtschaftsdepartement zu übernehmen. In Gewerkschaftskreisen stösst diese Möglichkeit jedoch auf Skepsis. Gegenüber der NZZ am Sonntag betont «Travail.Suisse»-Präsident Adrian Wüthrich, ein sozialdemokratischer Wirtschaftsminister stünde «permanent unter Verdacht», linke Wirtschaftspolitik zu betreiben. Das könnte Kompromisse zwischen den Sozialpartnern in einem mehrheitlich bürgerlichen Bundesrat erschweren.
Ohne es zu wissen, wurden zwei junge Waadtländer zu Drogenschmugglern. Die 18 und 19 Jahre alten Männer wurden im Juli am Flughafen Phuket in Thailand festgenommen. Einer von ihnen sitzt noch immer im Land in Haft, wie RTS heute berichtet.
Die beiden jungen Männer waren in die Falle eines kriminellen Netzwerks geraten, das sie über eine Anzeige auf Snapchat angeworben hatte. Das Versprechen: eine vollständig bezahlte Reise nach Thailand und 8000 Franken als Belohnung dafür, dass sie einen Koffer mit iPhones in die Schweiz zurückbringen.
Als sie auf ihren Rückflug in die Schweiz warteten, wurden die beiden festgenommen. In ihrem Gepäck fand die Polizei keine Smartphones, sondern 16 Kilogramm Marihuana. Einer der jungen Männer konnte Thailand rasch wieder verlassen, nachdem er beim Zoll eine Busse von 6300 Franken bezahlt hatte. Insgesamt zahlte er 18’000 Franken, um mit einem sauberen Strafregister in die Heimat zurückkehren zu können, berichtet RTS.
Die Mutter des anderen jungen Mannes konnte die für seine Freilassung geforderten 4000 Franken jedoch nicht rechtzeitig auftreiben. Ihr Sohn sitzt deshalb weiterhin in Thailand in Haft und wartet auf seinen Prozess.
Die beiden seien in die Falle eines gut eingespielten kriminellen Systems geraten, erklärt ihre Anwältin Thatsanavanh Banchong. Die thailändischen Behörden seien sich dieser Machenschaften bewusst. In jüngster Zeit werde jedoch eine strengere Politik verfolgt. Viele der Menschen, die unwissentlich als Drogenkuriere angeworben wurden, würden zu Haftstrafen von bis zu zehn Jahren verurteilt.
Das grösste Helikopterunternehmen der Schweiz, Swiss Helicopter, ist ins Visier des Bundesamts für Zivilluftfahrt (BAZL) geraten. Das Unternehmen soll vom Heliport Gsteigwiler aus weit mehr Flüge durchgeführt haben als erlaubt. Zudem soll der Verantwortliche des Flugplatzes den Bundesbehörden falsche Zahlen gemeldet haben.
Im Berner Oberland sind zahlreiche Helikopter unterwegs. Sie versorgen Berghütten, transportieren Material zu Baustellen und bringen Kühe ins Tal. Daneben befördern sie Tourist:innen aus aller Welt. Besonders beliebt sind Fallschirmsprünge über Interlaken.
Bei den Einwohner:innen von Gsteigwiler in der Nähe von Interlaken kommt der ständige Lärm allerdings weniger gut an. Laut den Tamedia-Zeitungen zählten sie 2025 rund 8100 Flugbewegungen – über 5000 mehr als die jährlich erlaubten 3000. Das BAZL kam zu ähnlichen Ergebnissen und eröffnete ein Verfahren gegen den Verantwortlichen des Flugplatzes. Dieser soll dem Bundesamt deutlich tiefere Zahlen gemeldet haben.
Swiss Helicopter hat sich entschuldigt, gleichzeitig aber eine Erhöhung der erlaubten Flugbewegungen beantragt. «Unter den aktuell geltenden Einschränkungen» lasse sich der Heliport Gsteigwiler wirtschaftlich nicht nachhaltig betreiben, sagt Swiss-Helicopter-Chef Christoph Schmid. Bleibe das Kontingent so tief, sei der Weiterbetrieb gefährdet.
Mehr Studierende an den Hochschulen, weniger Kinder in den Primarschulen: Dieses Bild zeichnet das Bundesamt für Statistik (BFS) heute für die Zukunft des Schweizer Bildungswesens.
Für die Universitäten und Fachhochschulen rechnet das BFS bis 2035 mit 305’000 Studierenden auf Bachelor- und Masterstufe. Das entspricht einem Anstieg von 21% gegenüber 2026. Hauptgründe dafür sind das Bevölkerungswachstum und die steigende Zahl von Personen, die aus dem Ausland zum Studium in die Schweiz kommen.
Der Zustrom an die Hochschulen fällt allerdings in eine Zeit, in der junge Hochschulabsolvent:innen zunehmend Schwierigkeiten beim Berufseinstieg haben. Laut einer im August veröffentlichten Erhebung des BFS ist die Arbeitslosigkeit unter den Studienabgänger:innen zwischen 2023 und 2025 deutlich gestiegen. Einzige Ausnahme bilden die pädagogischen Hochschulen.
Auf Primarschulstufe zeichnet sich hingegen eine gegenläufige Entwicklung ab. Die Zahl der Schüler:innen ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Seit 2022 geht die Zahl der Geburten jedoch zurück. Laut den Prognosen des BFS dürfte die Zahl der Primarschulkinder deshalb zwischen 2027 und 2028 ihren Höchststand erreichen und anschliessend bis 2035 um 8% sinken. Auf Sekundarstufe I wird ab 2033 ein Rückgang erwartet.
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