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Nationalratsaal

Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

In gut einem Jahr, am 24. Oktober 2027, entscheiden Sie zusammen mit den Schweizer Stimmberechtigten im Inland, wer für die nächsten vier Jahre Volk und Stände in den eidgenössischen Räten vertritt.

Bereits jetzt hat das Forschungsinstitut Sotomo im Auftrag der SRG die Meinungen und Prioritäten der Wähler:innen erhoben. Ein Jahr vor den Wahlen sieht man auch in der Schweiz: Die politischen Pole gewinnen an Gewicht, die Parteien der bürgerlichen Mitte verlieren an Boden. Vor allem die SVP festigt ihre Position als stärkste Partei im Land.

Ich wünsche eine gute Lektüre und ein schönes Wochenende!

Marcel Dettling UDC
Der Präsident der SVP Schweiz, Marcel Dettling, mit Hellebarde: Die SVP liegt im SRG-Wahlbarometer mit fast 30% deutlich an der Spitze. Keystone / Urs Flueeler

In einem Jahr wählen die Schweizer Stimmberechtigten National- und Ständerat neu. Fänden die Wahlen heute statt, wäre die SVP die grosse Gewinnerin.

Das zeigt der heute veröffentlichte SRG-Wahlbarometer. Danach übertrifft die SVP mit 29,9% der Stimmen gar ihren eigenen Rekord aus dem Jahr 2015 (29,4%). Auch zulegen können SP (19,3%) und Grüne (10,3%). Während die politischen Pole an Gewicht gewinnen, verlieren die Parteien der bürgerlichen Mitte an Boden: Die Mitte kommt auf 12,6% der Stimmen, die FDP auf 13,3%. Für letztere wäre dies das schlechteste Ergebnis in ihrer gesamten Geschichte bei den Nationalratswahlen.

Neben der Parteistärke hat das Forschungsinstitut Sotomo, das die Umfrage im Auftrag der SRG durchgeführt hat, auch die aus Sicht der Befragten wichtigsten politischen Herausforderungen erhoben. Als am dringendsten werden die Krankenkassenprämien sowie der Klimawandel eingestuft. Während die Befragten den Klimawandel je nach Partei als unterschiedlich dringlich bewerten, scheinen die Sorgen um die Krankenkassenprämien über Parteigrenzen hinaus zu vereinen.

In Bezug auf die Aussenpolitik sieht die Bevölkerung das Verhalten Berns gegenüber den USA kritisch. Laut über 80% der Befragten trete der Bundesrat zu freundlich gegenüber Washington auf. Auch die offizielle Haltung der Schweiz gegenüber Israel wird von fast drei Viertel der Befragten als zu freundlich eingestuft.

Bei der Bevölkerung punkten konnte im vergangenen Jahr Wirtschaftsminister Guy Parmelin. Während 42% der Befragten ihn heute als eines der einflussreichsten Bundesratsmitglieder bezeichnen (gegenüber 17% vor einem Jahr), belegt er auch erstmals den Spitzenplatz bei den Sympathiewerten und verweist seine sechs Kolleginnen und Kollegen auf die Plätze.

Die Schweizer Delegation vor einem F-35 Jet waehrend des Besuchs der F-35A Fertigung bei Lockheed Martin in Fort Worth (Texas).
Die Ruag wird drei F-35A-Kampfjets in Emmen zusammenbauen. Copyright 2026 Lockheed Martin Corporation/Keystone/Chris Hanoch

Der F-35-Kampfjet steht mal wieder in den Schlagzeilen. Der Schweizer Rüstungskonzern Ruag wird am Standort Emmen nicht wie ursprünglich geplant vier, sondern lediglich drei Kampfjets endmontieren und testen. Trotzdem hält der Rüstungskonzern das Prestigeprojekt «Rigi» für essenziell.

Grund für die Reduktion von vier auf drei Kampfjets ist laut der Ruag eine Kosten-/Nutzen-Abwägung. «Auf die Erreichung der Zielsetzung betreffend Technologietransfer sowie den Know-how-Aufbau hat die Reduktion der Flugzeuge keinen Einfluss», schreibt sie.

Genau dieser Aufbau von Know-how ist ein zentrales Ziel des Projekts «Rigi»: Die Ruag will zu einem von gerade mal zwei europäischen Zentren für die Endmontage und das Testen der F-35-Kampfjets werden.

Neben den Jets in Schweizer Besitz will die Ruag auch solche von anderen europäischen Nationen warten und reparieren. «Wie sehr das Geschäft zum Fliegen kommt, hängt aber mit der Frage zusammen, wie die Schweiz ihre Neutralität auslegt», schreibt der Tages-Anzeiger. Europäische Staaten, die einen Angriff von Russland befürchten, dürften Garantien verlangen, dass die Ruag ihre Kampfjets auch im Kriegsfall instand hält.

Spielzeug auf Fenstersimms
Die Zahl der internationalen Kindesentführungen steigt. Keystone / Christian Beutler

Es ist der Albtraum jedes Elternteils: Eine Mutter oder ein Vater entführt ein gemeinsames Kind in einen anderen Staat. Doch die Zahl der internationalen Kindesentführungen steigt.

In der Schweiz sind 2025 laut den Zeitungen von CH Media unter dem Strich etwa 110 Fälle bekannt, in denen Kinder durch Mutter oder Vater entführt wurden. Fachpersonen gehen allerdings von einer Dunkelziffer und damit weiteren Fällen aus. Mit der zugenommenen Zahl steige auch die Angst vor Kindesentführungen, was ein Blick ins nationale Fahndungssystem Ripol zeigt: Im Letzten Jahr waren dort 734 Kinder präventiv ausgeschrieben. Ein neuer Höchststand. Ziel einer solchen Ausschreibung ist, eine Ausreise aus der Schweiz zu vereiteln.

Doch warum steigt die Zahl der internationalen Kindesentführungen? Tendenziell gibt es immer mehr binationale Ehen. Diese «bergen ein höheres Risiko für eine Kindsentführung», schreibt CH Media. Doch die Gründe sind vielfältig: soziale Isolation, der Wunsch nach Rückkehr in die Heimat, gerichtliche oder behördliche Entscheide zu Sorgerecht und Kinderbetreuungszeit, Flucht aus einer konflikt- und gewaltreichen Paarbeziehung; oder es geht um Rache.

Leidtragende sind immer auch die Kinder. «Das Risiko, dass Kinder später Bindungsstörungen entwickeln, unter Konzentrations- oder psychischen Problemen leiden, steigt signifikant», sagt Anna Land, Sozialarbeiterin und Mediatorin beim Internationalen Sozialdienst. Dieser berät betroffene Eltern und hilft, Kinder zu lokalisieren und zwischen den Eltern zu vermitteln.

Windrad
Auch wer ein Windrad bauen will, braucht dafür eine Bewilligung (Symbolbild). Keystone / Christian Beutler

Wer baut, braucht eine Bewilligung. Das ist hierzulande weitgehend bekannt – oder sollte es sein. Immer wieder kommt es wegen fehlender Baubewilligung zu Rückbauten: vom eigenen Windrad bis zum Ponystall.

Der Blick hat Fälle aus der Schweiz zusammengetragen, die aufzeigen, wie teuer ein Bau in Eigenregie werden kann. Etwa jener eines Landwirts in Appenzell Innerrhoden. Dieser wollte energieunabhängig leben und baute aus zwei ausrangierten Anlagen kurzerhand ein neues Windrad – fast 30 Meter hoch. Das Windrad ist in Betrieb, die Bewilligung fehlt. Diese will er nun nachreichen und hofft auf ein zugedrücktes Auge seitens Behörden.

Weit länger steht ein Ponystall im Kanton Bern. Zwar wurde die Verschiebung des Stalls vor 20 Jahren mündlich vom damaligen Bauverwalter abgesegnet, doch die schriftliche Baubewilligung fehlt. Nun soll der Ponystall weg, der Besitzer wehrt sich dagegen.

Zurück in die Ostschweiz: Ein Ehepaar verwandelte das ehemalige Landhaus der Schauspielerin Lilli Palmer in ein Luxus-Schloss und schien es beim Bau mit gewissen Grössenangaben nicht so genau zu nehmen. 2008 entschied das St. Galler Verwaltungsgericht: Wesentliche Teile der Villa und Umgebung waren illegal erstellt worden. Es folgte der Abriss kleinerer Bauten sowie ein nachträgliches Baugesuch.

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