Bernhard Russi spendete einen Teil seiner AHV
Der Urner Ex-Olympiasieger Bernhard Russi hat in seinem Leben einige Schicksalsschläge hinnehmen müssen. Trotz allem sagt der 77-Jährige von sich, dass der auf der Sonnenseite lebe.
(Keystone-SDA) Wie Russi in einer Fernsehdokumentation vor bald zehn Jahren erzählte, starb sein Vater, als er ihn als junger Mann gebraucht hätte. Seine Schwester ist schwer behindert, ein Bruder ist verstorben und sein anderer Bruder war lange alkoholabhängig.
Hunderte Menschen hätten sich in der Folge bei ihm mit ihren Schicksalsgeschichten gemeldet, sagte Russi gegenüber der «Berner Zeitung». Das sei ergreifend und berührend gewesen und habe ihn auch überrascht.
«Ich wurde auf der Sonnenseite geboren und lebe auf der Sonnenseite», sagte Russi. Als er seine AHV bekommen habe, «aber noch gut verdiente», habe er deshalb zusammen mit seiner Frau entschieden, die Hälfte seiner knapp 2500 Franken zu spenden. «Das gibt mir ein gutes Gefühl. Ich finde, Menschen, denen es finanziell so gut geht wie mir, sollten keine AHV bekommen», so Russi. Dieses Geld sollte Menschen überwiesen werden, die sehr viel weniger hätten.
Bereits in jungen Jahren hätten ihm viele Menschen von sich erzählt. «Oft waren es Frauen in Nöten, die mir schrieben, weil Geld oder Essen fehlte. Ich habe versucht, diesen Menschen zu helfen», sagte Russi. Wichtig sei es ihm auch gewesen, möglichst alle Briefe zu beantworten. Er habe sich verpflichtet gefühlt zu handeln.