Mehr Asylgesuche – Wanderungssaldo weiterhin negativ
Mit 1814 Asylgesuchen ist im Oktober in der Schweiz ein neuer Spitzenwert für dieses Jahr registriert worden. Den neuen Asylgesuchen stehen 3039 Ausreisen gegenüber. Damit bleibt der Wanderungssaldo weiterhin negativ.
Damit setzte sich der Trend vom September fort.
Die Ausreisen erfolgten wie schon im September vorwiegend im Rahmen der Rückführungen in den Kosovo, wie das Bundesamt für Flüchtlinge (BFF) am Dienstag (07.11.) mitteilte. Von den 3039 Ausreisen kehrten 1880 Personen in die Bundesrepublik Jugoslawien zurück. Im laufenden Jahr sind damit insgesamt 34’215 Personen dorthin zurück gekehrt.
300-er-Marke überschritten
Personen aus Jugoslawien haben mit 338 Gesuchen zum ersten Mal nach vier Monaten wieder mehr als 300 Personen ein Asylgesuch gestellt. Dahinter folgen mit 152 Gesuchen die Türkei, mit 147 Bosnien und Herzegowina, mit 99 der Irak. Weitere Asylanten wurden aus Sri Lanka, Iran, Somalia, Guinea, Sierra Leone, Algerien und weiteren Ländern registriert.
Im Oktober wurde über die Gesuche von 2’701 Personen erstinstanzlich entschieden, wie das BFF weiter mitteilte. Die Zahl der hängigen Gesuche nahm um 814 auf 16’406 ab. Das BFF rechnet damit, dass der gegenwärtige Trend in den nächsten Wochen und Monaten anhält.
Vorbereitungshaft im Kampf gegen Asylmissbrauch befürwortet
Die staatspolitische Kommission (SPK) des Ständerates will das Asylrecht bei illegalem Aufenthalt und missbräuchlicher Einreichung eines Asylgesuchs verschärfen. Sie befürwortet deshalb die Einführung einer Vorbereitungshaft, wie die Kommission am Dienstag mitteilte.
Ausländer, die sich einer Wegweisung entziehen, indem sie nachträglich ein Asylgesuch einreichen, sollen in Vorbereitungshaft genommen werden können, wenn die Gefahr des Untertauchens besteht.
swissinfo und Agenturen
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch