Brandkatastrophe an Neujahr im Wallis – das ist bekannt
Bei einem Brand in einer Bar in Crans-Montana VS sind rund 40 Personen gestorben und über 100 weitere verletzt worden.
Das ist passiert: Bei einem Brand in der Bar «Le Constellation» im Walliser Ski-Ort Crans-Montana sind in der Silvesternacht mehrere Dutzend Menschen ums Leben gekommen. Über hundert Personen wurden grösstenteils schwer verletzt. Gegen 01:30 Uhr habe eine Person den Brand gemeldet. Laut Polizei sind zwei Minuten später erste Einsatzkräfte vor Ort gewesen.
Die Todesopfer: Die Walliser Kantonspolizei geht von ungefähr 40 Todesopfern aus. Die Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud sagte an einer Medienkonferenz: «Es sind erhebliche Mittel vorgesehen für die Identifizierung.» Diese gestalte sich schwierig, habe aber oberste Priorität. Sie dauert auch am Freitag an. «Crans-Montana ist eine Tourismusdestination. Deshalb schliessen wir nicht aus, dass ausländische Staatsangehörige darunter sind», ergänzte Frédéric Gisler von der Kantonspolizei. Zum Alter der Opfer sagte Stéphane Ganzer, Walliser Staatsrat: «Sie können sich vorstellen, dass es in einem Skiort über Silvester viele junge Leute hat.»
Die Situation in den Spitälern ist weiterhin «äusserst angespannt», sagte der Walliser Regierungspräsident Mathias Reynard am Freitagmorgen im Radio des Westschweizer Senders RTS. «Einige Personen, die eigentlich frei gehabt hätten, sind zur Arbeit gekommen, um ihre Kolleginnen und Kollegen zu unterstützen», sagte er.
Die Verletzten: Die 115 Verletzten wurden in verschiedene Spitäler gebracht. 80 bis 100 befinden sich in kritischem Zustand. Das Spital Wallis löste den Katastrophenplan aus; die Intensivstationen und Operationssäle sind voll belegt. Das auf Brandverletzungen spezialisierte Universitätsspital Zürich hat über ein Dutzend Brandopfer aufgenommen. Die 22 Brandopfer, die im Universitätsspital Lausanne (Chuv) behandelt werden, seien identifiziert, teilte dessen Direktorin mit. «Die Prognosen sind selbstverständlich bei jedem dieser Verletzten ernst, da es sich bei allen um Schwerbrandverletzte handelt», sagte Claire Charmet gegenüber RTS. Es seien junge Personen zwischen 16 und 26 Jahren.
Die Ursache: Ein Anschlag wird ausgeschlossen. In einer Mitteilung schrieben die Behörden, dass es in der Bar zu einem sogenannten «Flashover» gekommen sei. Damit ist der plötzliche Übergang von einem entstehenden Brand zu einem Vollbrand gemeint. Es habe eine oder mehrere Explosionen gegeben. Der Walliser Regierungspräsident Mathias Reynard sagte am Freitag, dass die ersten Hinweise auf eine rasche, allgemeine Brandausbreitung bestätigt seien. Um die genaue Ursache herauszufinden, werden auch Daten von Mobiltelefonen am Tatort ausgewertet. Bislang gab es keine Verhaftung in Zusammenhang mit der Untersuchung.
Die «besondere Lage»: Der Walliser Staatsrat hat die «besondere Lage» ausgerufen, um den Grosseinsatz zu koordinieren. Damit sollen möglichst rasch und ohne Verzögerung alle nötigen Einsatzmittel mobilisiert werden können, hiess es in einem Communiqué. Mehrere hundert Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr, Zivilschutz und Sanität standen im Einsatz.
Der Walliser Staatsratspräsident Mathias Reynard informierte an der Medienkonferenz am Donnerstagnachmittag über die Rettungsarbeiten:
Über 150 Einsatzkräfte waren bislang an den Rettungsarbeiten beteiligt.
13 Helikopter standen im Einsatz.
Mindestens 40 Rettungswagen wurden aufgeboten.
35 Personen begaben sich selbstständig ins Spital.
80 Personen wurden per Rettungsdienst transportiert, der Grossteil zunächst in die Notfallstation.
60 Patientinnen und Patienten wurden nach dem Unglück in Sitten behandelt.
Weitere Betroffene wurden in spezialisierte Zentren verlegt, etwa nach Lausanne, wo entsprechende Fachteams bereitstehen.
Die Reaktionen: «Eine Festnacht hat sich in einen Albtraum verwandelt», sagte Mathias Reynard vor Medien. «Wir sind alle erschüttert», fügte Frédéric Gisler, Kommandant der Kantonspolizei an. «Es handelt sich um eine der schlimmsten Tragödien, die es in unserem Land jemals gab», so Bundespräsident Guy Parmelin an einer Medienkonferenz. Die Fahnen des Bundeshauses werden für fünf Tage auf halbmast gesetzt.
Was ein Moment der Freude sein sollte, verwandelte sich in der Nacht in Crans-Montana in eine Trauer, die die ganze Schweiz und das Ausland betrifft. Der Bundesrat hat diese Tragödie mit tiefer Bestürzung zur Kenntnis genommen.
— Guy Parmelin (@ParmelinG) January 1, 2026Externer Link
Parmelin verschob seine Neujahrsansprache – aus Respekt vor dem Leid und der Trauer der Familien der Opfer. Auch aus dem Ausland treffen Beileidsbekundungen ein – insbesondere aus den Nachbarländern.
Für Angehörige ist eine psychologische Betreuungsstelle eingerichtet und eine Hotline aufgeschaltet worden: 0848 112 117. Die Behörden rufen die Bevölkerung zu Zurückhaltung und Respekt gegenüber den Familien der Opfer auf.
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