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Deutsche Bank bekommt ABN-Sparten etwas billiger

DEN HAAG/FRANKFURT (awp international) – Die Deutsche Bank muss für ihre Expansion in den Niederlanden nicht ganz so tief in die Tasche greifen wie ursprünglich geplant. Für die Teile, die die Frankfurter von der verstaatlichten ABN Amro übernehmen wollen, würden 700 Millionen Euro fällig, teilte der niederländische Finanzminister Wouter Bos am Donnerstag in einem Brief an das Parlament mit. Der zuerst aufgerufene Preis hatte bei 709 Millionen Euro gelegen. Allerdings übernimmt die Deutsche Bank nach reiflicher Prüfung der Bücher jetzt auch einen grösseren Teil der Risiken.
Im Wesentlichen hat es der heimische Branchenprimus auf die Mittelstandsbank Hollandsche Bank-Unie (HBU) abgesehen. Deren Kauf hätte eigentlich längst besiegelt sein sollen, doch die Niederländer machten nach monatelangem Hin und Her einen Rückzieher. Sie wollten lieber ein starkes nationales Institut schmieden. Auf Druck der EU, die die Staatshilfen für ABN und deren Schwesterbank Fortis genehmigen muss, hat sich die Regierung in Den Haag aber an den Verhandlungstisch mit der Deutschen Bank zurückbegeben.
Momentan existiert nur eine Absichtserklärung. Finanzminister Bos machte klar, dass das Parlament dem Verkauf bis zum 31. Dezember zustimmen muss, sonst sei das Geschäft hinfällig. Sollte der Verkauf platzen, bekommt die Deutsche Bank als Entschädigung 35 Millionen Euro. Ihr Vormarsch im Nachbarland wäre allerdings deutlich verlangsamt. Die 1.400 Mitarbeiter der Hollandsche Bank-Unie betreuen 35.000 Kunden, vor allem aus dem Mittelstand. Die Deutsche Bank rechnet nicht mehr mit einem Abschluss des Kaufs in diesem Jahr. Zum Stand der Verhandlungen wollte sich das Institut nicht äussern./das/edh

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