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Swiss Made: Kampf um das Schweizerkreuz 

Eine neue Praxisänderung erlaubt die Nutzung des Schweizerkreuzes auf im Ausland produzierten Waren. KMU und Bevölkerung lehnen dies laut einer Umfrage jedoch vehement ab.

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Seit dem Frühling gilt in der Schweiz eine Kehrtwende bei den «Swissness»-Regeln. Das Eidgenössische Institut für Geistiges Eigentum (IGE) hat seine Praxis zur Verwendung des Schweizerkreuzes auf Industrieprodukten gelockert. Unternehmen dürfen das nationale Symbol auch auf Produkten anbringen, die vollständig im Ausland hergestellt wurden, sofern die geistige Schöpfung, also Forschung, Entwicklung oder Design, in der Schweiz stattgefunden hat. 

Das IGE begründet den Schritt mit dem wirtschaftlichen Druck auf Schweizer Firmen. Frankenstärke und geopolitische Hürden wie US-Zölle zwingen Unternehmen, ihre Produktion ins Ausland zu verlagern. Da die wertschöpfende Denkarbeit oft in der Schweiz verbleibt, argumentiert das IGE, dass diese Firmen Interesse daran hätten, ihre Schweizer Wurzeln sichtbar zu machen. Das Kreuz darf nur mit Zusätzen wie «Swiss Engineering» oder «Swiss Research» verwendet werden. 

Der Vorwurf der KMU: Ein Anreiz zur Flucht ins Ausland 

Für den Schweizerischen Gewerbeverband (SGV) und seinen Direktor Urs Furrer ist die Praxisänderung ein Schlag gegen die heimische Wirtschaft. Furrer warnt vor falschen Anreizen. «Was gibt es Stärkeres als das Schweizerkreuz auf dem Produkt? Wenn das Schweizerkreuz jetzt auf Produkte gebracht wird, die im Ausland hergestellt werden, so führt das natürlich zu einer Verwässerung», kritisiert Furrer im Tagesgespräch auf Radio SRF. Für den Werkplatz sieht er eine Gefahr: «Damit ist diese Praxisänderung ein Anreiz zur Verlagerung der Produktion ins Ausland.» 

Neu darf man das Schweizerkreuz auch auf Produkten anbringen, die vollständig im Ausland hergestellt wurden.
Neu darf man das Schweizerkreuz auch auf Produkten anbringen, die vollständig im Ausland hergestellt wurden. KEYSTONE/Alessandro della Valle

Ungerecht sei dies für die grosse Mehrheit der Schweizer KMU. Über 90% der KMU besitzen keine Produktionsstätten im Ausland. Sie produzieren unter Schweizer Kosten- und Lohnbedingungen und seien darauf angewiesen, dass das Schweizerkreuz Qualitäts- und Herkunftsmerkmal bleibe. Durch die Lockerung drohe eine Entwertung der Marke Schweiz. 

Umfragen zeigen: Volk und KMU sagen deutlich Nein 

Der Gewerbeverband untermauert seine Kritik mit einer repräsentativen Umfrage, die er kürzlich veröffentlicht hat. 88% der Stimmberechtigten fordern, dass das Schweizerkreuz ausschliesslich in der Schweiz hergestellten Produkten vorbehalten bleibt. 

Das Urteil der Wirtschaft: 87% der befragten KMU sehen in den gelockerten Regeln einen Nachteil für ihr Geschäft. Sie befürchten den Verlust ihres Alleinstellungsmerkmals gegenüber Importen. Für Furrer ist das ein klares Signal an die Politik. Im Tagesgespräch hielt er fest: «Das Schweizerkreuz gehört uns allen. Und ich will mich weiterhin dafür einsetzen, dass das Schweizerkreuz auch nur auf Produkten angebracht wird, die in der Schweiz hergestellt werden.» 

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