Tessiner Skigebiete vor dem Aus?
Für die Schweizer Skigebiete ist die aktuelle Saison einmal mehr eine schwierige. Es fehlt der Schnee. Besonders hart trifft es die Skigebiete im Tessin: So wenig Schnee wie dieses Jahr, gab es in der Südschweiz schon lange nicht mehr.
Die Tessiner Skigebiete, in denen einst Ski-Grössen wie Doris De Agostini oder Lara Gut-Berahmi das Skifahren lernten, kämpfen heute ums Überleben. Erste Tessiner Gebiete haben bereits Kurzarbeit für ihre Angestellten beantragt. Zum Beispiel Carì in der Leventina.
Das Skigebiet auf einer Höhe zwischen 1650 und 2300 Metern war bis vor Kurzem noch grün. Und das im Januar.
Man prüfe derzeit, ob für die Angestellten Kurzarbeit beantragt werden müsse, heisst es bei den Verantwortlichen. Nicht viel besser sieht es weiter oben im Tal in Airolo aus. Das Skigebiet liegt etwa auf derselben Höhe wie Carì.
Auch in Airolo gab es zu wenig Niederschlag für eine ausreichende Schneedecke. Deshalb ist nur ein Teil der Pisten präpariert und geöffnet. Das Skigebiet Airolo hat für seine 40 Mitarbeitenden bereits ein Gesuch um Kurzarbeit beim Kanton eingereicht.
Auch in den beiden anderen Tessiner Skiorten im Bleniotal und in Bosco/Gurin ist die Saison über die Weihnachtstage schlecht gestartet.
Das bestätigt der Besitzer der Wintersportanlagen von Bosco/Gurin, Giovanni Frapolli, gegenüber RSI. «Wir hatten über die Weihnachtstage im Schnitt etwa 250 Gäste. Einmal waren es 320. Das ist sehr wenig», sagt Frapolli. Aber das sei die Realität, in der wir uns «mit diesem bizarren Klima» befänden.
«Bizarres Klima» trifft südliche Skigebiete härter
Und dieses «bizarre Klima» kommen die Skigebiete im Süden deutlich stärker zu spüren als nördlich des Gotthards. Sind die Tage der Tessiner Skigebiete also bald gezählt? So schnell wollen sie nicht aufgeben.
Im Bleniotal wurden kürzlich neue Beschneiungsanlagen installiert, und auch in Bosco/Gurin sind eine Solaranlage und ein Speichersee geplant, um mehr und günstigeren Kunstschnee zu produzieren. So soll der Saisonstart vorverlegt werden können – wie im Bleniotal.
Dort ist Denis Vanbianchi, Direktor des Skigebiets, trotz schlechtem Start einigermassen zufrieden, wie er gegenüber Tele Ticino sagte. Man habe zwar teuren Schnee mit Schneekanonen produzieren müssen, dafür habe man den Gästen aber etwas anbieten können. «Und das freut uns sehr.»
Unterstützung erhalten die Skigebiete auch vom Kanton. Tatsache ist nämlich: Die meisten Tessiner Skigebiete könnten ohne Subventionen nicht überleben. Das Kantonsparlament hat deshalb erst kürzlich wieder einen neuen Kredit von knapp sechs Millionen Franken für die nächsten vier Winter bewilligt.
Archiv: Wegen Schneemangels boomen Museumsbesuch: Aus Tagesschau vom 30.12.2025
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