Die Schweiz hat ihre natürlichen Ressourcen ausgeschöpft
Wenn alle Menschen weltweit so konsumieren würden wie die Schweizer Bevölkerung, wären mehr als 2,8 Erden nötig. Darauf weisen Umweltorganisationen zum heutigen "Swiss Overshoot Day" hin.
DER OVERSHOOT DAY RÜCKT KAUM NACH HINTEN
Der Aktionstag fällt 2026 auf den heutigen Montag, 11. Mai – jener Tag, an dem die Schweiz rechnerisch sämtliche natürlichen Ressourcen verbraucht hat, die ihr für das Jahr zustehen würden. Grundlage für die Festlegung des Overshoot Day sind Berechnungen des Global Footprint Network. 2025 fiel der Swiss Overshoot Day auf den 7. Mai, 2022 und 2023 auf den 13. Mai. Die Unterschiede bewegen sich damit nur im Bereich weniger Tage. Für die Umweltorganisation Greenpeace zeigt das vor allem eines: Die Schweiz bewegt sich trotz Klimazielen beim Ressourcenverbrauch seit Jahren kaum.
DAS PROBLEM LIEGT VOR ALLEM BEI DEN IMPORTEN
Im Inland sinken die Emissionen zwar langsam. Berücksichtigt man den Import, fällt die Umweltbilanz deutlich schlechter aus. Viele Konsumgüter werden im Ausland produziert – der Ressourcenverbrauch wird damit quasi ausgelagert. Laut Greenpeace sind die importierten Emissionen rund 3,75-mal höher als jene innerhalb der Schweiz. Besonders ins Gewicht fallen gemäss WWF Mobilität, Wohnen, Ernährung sowie Fast Fashion und Elektronik.
KEIN GUTES ZEUGNIS IM LÄNDERVERGLEICH
Wie früh ein Overshoot Day eintritt, hängt stark vom Lebensstil und Energieverbrauch eines Landes ab. Wohlhabende Staaten landen oft schon im ersten Halbjahr im ökologischen Minus: Katar hat seine Ressourcen bereits im Februar verbraucht, Luxemburg im frühen Frühling und die USA noch vor dem Sommer. In ärmeren Ländern wie etwa Indonesien oder Ecuador tritt der Overshoot Day erst gegen Jahresende ein. Der weltweite Overshoot Day fällt auf Ende Juli.
GREENPEACE SETZT AUF DEN DONUT
Als Ausweg schlägt Greenpeace die sogenannte Donut-Ökonomie vor. Gesellschaft und Wirtschaft sollen sich dabei innerhalb eines sicheren Rahmens bewegen: Der innere Ring steht für soziale Grundbedürfnisse wie Gesundheit oder Bildung, der äussere für ökologische Grenzen etwa beim Klima oder Ressourcenverbrauch. Ziel sei ein System, das weder Menschen zurücklässt noch planetare Belastungsgrenzen überschreitet. In Zukunft soll das Modell laut Greenpeace in verschiedenen Schweizer Gemeinden getestet werden.
WWF SETZT AUF REGULIERUNG
Neben individuellen Massnahmen brauche es eine politische Rahmensetzung, fordert WWF Schweiz. Die Organisation verweist dabei auf den Schweizer Finanzplatz, der für ein Vielfaches der inländischen Emissionen verantwortlich sei. Sie fordert strengere Regeln für klimabelastende Investitionen und Massnahmen in den Bereichen Mobilität, Wohnen und Ernährung. Genannt werden etwa eine CO2-Lenkungsabgabe, die Umsetzung des Klima- und Stromgesetzes sowie eine stärkere Förderung klimafreundlicher Mobilität.
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