Dieses Jahr sind in der Schweiz 30 Bartgeier flügge geworden
Die Stiftung Pro Bartgeier freut sich über 30 ausgeflogene Junggeier. Damit wächst die Bartgeier-Population in der Schweiz weiter. Um den aktuellen Bestand zu erfassen, setzt die Stiftung auf Hilfe aus der Bevölkerung.
(Keystone-SDA) Seit Beginn des Wiederansiedlungsprojekts im Jahr 1991 hat sich in der Schweiz die Zahl der ausgeflogenen Junggeier auf 299 erhöht, teilte die Stiftung Pro Bartgeier am Donnerstag mit. Rund 80 Prozent davon stammen demnach aus Wildbruten.
Wer zwischen dem 10. und 18. Oktober einen Bartgeier beobachtet, soll seine Sichtung bei der Stiftung melden. Die Meldung helfe dabei, Paarbildungen zu erfassen und den aktuellen Bestand zu schätzen.
Besonders viele Bartgeier wieder angesiedelt
Mit 72 Wildbruten stellte ein internationales Projekt zur Wiederansiedlung 2026 einen neuen Rekord auf, wie die Stiftung weiter schrieb. Mit 29 Wildbruten waren die Wiederansiedlungsbemühungen in der Schweiz besonders erfolgreich. In Frankreich wurden 18 Bruten gezählt, in Italien 17.
Innerhalb der Schweiz war die Bartgeierdichte in Graubünden mit achtzehn und im Wallis mit sieben Jungtieren am höchsten. Im Kanton Bern waren zwei Brutpaare erfolgreich, in den Kantonen St. Gallen und Tessin zog je ein Paar einen Jungvogel auf.
Mit Auswilderung wird Inzucht vermieden
Um die geringe genetische Vielfalt der Population zu erhöhen und Inzucht zu vermeiden, werden weiterhin gezielt Jungtiere aus Zuchtprogrammen ausgewildert. «Die Risiken von Inzucht nehmen leider zu», schrieb Daniel Hegglin, Geschäftsführer von Pro Bartgeier. Daher sei es unerlässlich, weiterhin junge Bartgeier auszuwildern.
Der Bartgeier wurde im Alpenraum Anfang des 20. Jahrhunderts ausgerottet, da er zu Unrecht als Lämmerdieb galt. Seit 1991 läuft in der Schweiz ein Wiederansiedlungsprojekt.