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Alpine Sonnenenergie: «Solar Express» kommt nicht auf Touren

Sonnenkollektoren auf einer Wiese in den Bergen
Der im Bau befindliche alpine Photovoltaikpark «Sedrun Solar» im Kanton Graubünden. Keystone / Urs Flüeler

Das «Solar-Express»-Gesetz sollte den Bau von Solarparks in den Alpen beschleunigen, um die Stromversorgung in der Schweiz sicherzustellen. Doch vier Jahre nach seiner Verabschiedung durch das Parlament befinden sich lediglich vier Projekte im Bau, und das ursprüngliche Ziel für die Stromerzeugung wird nicht erreicht werden.

Seit letztem Jahr produziert die erste grosse Photovoltaikanlage der Schweiz in den Alpen bereits Strom. Fast die Hälfte des Sedrun-Solar-Parks in der Bündner Gemeinde Tujetsch in der Surselva ist bereits fertiggestellt. Wenn er voll in Betrieb ist, wird er 6500 Haushalte auf einer Fläche von 36 Fussballfeldern versorgen.

In den Bergen produzieren die Solarmodule mehr Strom als im Flachland. Das auf rund 2000 Metern Höhe errichtete Kraftwerk ist dank zweiseitiger Solarmodule auf eine hohe Stromproduktion im Winter ausgelegt.

«Sie erzeugen Solarenergie durch Sonneneinstrahlung, sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite», sagt Ciril Deplazes, Geschäftsführer von Energia Alpina, dem Betreiber der Anlage, in der Nachrichtensendung von RTS.

«Im Moment ist die Sonneneinstrahlung schwach, aber bei Schnee macht die Produktion auf der Rückseite bis zu 20 Prozent der Gesamtproduktion aus.» Im vergangenen Winter hat das Kraftwerk bereits mehr Strom produziert als erwartet.

Gemischte Bilanz der alpinen Solarenergie auf nationaler Ebene

Ohne das Programm «Solar Express», das die Unterstützung des Bundes für den Bau von Photovoltaikanlagen in den Alpen vorsieht, wäre dieses Kraftwerk nie entstanden. Die Regierung subventioniert bis zu 60% der Investitionen, also 50 von 87 Millionen Franken.

Doch während die Solaranlage oberhalb von Sedrun hält, was sie verspricht, fällt die Bilanz auf schweizerischer Ebene weitaus gemischter aus: Von rund dreissig erfassten Projekten für Solarparkanlagen in den Alpen befinden sich heute nur vier im Bau. Keines davon liegt in der Westschweiz.

Karte der Schweiz, auf der die Solarprojekte in den Alpen dargestellt sind
Die Standorte der geplanten Solaranlagen in den Alpen (Grün = im Bau). RTS

Dabei waren die Ambitionen im Kanton Wallis riesig. Grengiols sollte der grösste Solarpark der Schweiz werden. Doch bisher ist noch kein Solarpanel in Sicht. Das Projekt, das aufgrund des Widerstands von Umweltschützern verkleinert wurde, befindet sich noch immer im Genehmigungsverfahren.

Im Val d’Anniviers wurden gerade die letzten Bewilligungen erteilt, doch der Park ist noch nicht gebaut. Seine Rentabilität ist nicht gesichert.

«Heute liegen uns Schätzungen vor, die uns zeigen, dass die Kosten im Vergleich zu anderen Stromerzeugungssystemen doch relativ hoch sind», sagt Gemeindepräsident David Melly. «Deshalb müssen wir versuchen, das Ganze zu optimieren.»

Sehen Sie hier den Beitrag der RTS-Tagesschau (Franz.):

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Dreimal geringere Produktion

Ursprünglich sollten diese Alpenkraftwerke 3% des jährlichen Stromverbrauchs decken, vor allem im Winter. Heute schätzt der Bund, dass es letztlich nur 1% sein werden.

«Es geht langsamer voran, als wir gedacht hatten, denn diese Projekte sind technisch viel schwieriger als erwartet», sagt Frank Rutschmann, Leiter der Sektion Erneuerbare Energien beim Bundesamt für Energie.

«Man muss mit starken Winden, Schnee und dem Anschluss an das Netz zurechtkommen, das manchmal sehr weit entfernt ist. All das ist sehr komplex, nimmt Zeit in Anspruch und kostet mehr als erwartet», fügt er hinzu.

Der 2022 vom Parlament verabschiedete «Solar Express» hat Mühe, seine Versprechen einzuhalten. Heute setzt der Bund vor allem auf Solaranlagen auf den Dächern, deren Ausbau unvermindert voranschreitet.

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