Dollar klettert auf Jahreshoch
Am Devisenmarkt spielt derzeit die Musik eindeutig beim Dollar. Gründe für den Höhenflug sind die Äusserungen des neuen Chefs der US-Notenbank von letzter Woche. Ausserdem führen Analysten auch die KI-Korrektur als Antrieb für den "Greenback" ins Feld.
(Keystone-SDA) Aktuell kostet ein Dollar 0,8121 Franken. Auf diesem Niveau notierte er zuletzt im vergangenen Spätherbst. Die Dollarstärke zeigt sich auch beim Euro/Dollar-Kurs. Dieser ist am Morgen auf den tiefsten Stand seit einem Jahr gefallen. Aktuell notiert er bei 1,1347.
Analysten erklären den starken Dollar mit den Zinserwartungen. Diese hätten sich zuletzt zugunsten der US-Währung entwickelt. Hintergrund sind die Aussagen von Kevin Warsh, dem neuen Chef der US-Notenbank Fed.
Unter anderem hatte dieser nach seiner ersten Zinssitzung die Bedeutung der Preisstabilität hervorgehoben und damit die Spekulation auf steigende US-Zinsen im weiteren Jahresverlauf verstärkt, was dem Dollar Auftrieb verlieh.
«Der Ausverkauf im Tech-Sektor ist auf die Währungen übergeschwappt, die Liquidität trocknet in diesem riskanteren Umfeld aus und fliesst in die sicheren Häfen», heisst es zudem in einem Kommentar von ING. Auch wenn man angesichts der massiven Kursgewinne im KI-Sektor bislang nur von einer moderaten Korrektur sprechen könne, dürfte die Nachfrage nach dem Dollar anhalten, solange die Unsicherheit nicht abebbe.
Traditionell ist zwar auch der Franken in solchen Zeiten ein gesuchter sicherer Hafen. Da die SNB aber wohl anders als Fed oder auch EZB ihre Zinsen im laufenden Jahr nicht anheben wird, ist diese Schutzfunktion derzeit weniger gefragt.