Ex-Chef von deutschem Auslandsgeheimdienst festgenommen
Der ehemalige Präsident des deutschen Bundesnachrichtendienstes (BND) August Hanning ist am Morgen unter Spionageverdacht festgenommen worden.
(Keystone-SDA) Ausser Hanning wurde ein ehemaliger enger Mitarbeiter von ihm festgenommen, wie der Generalbundesanwalt in Karlsruhe mitteilte. Nach Informationen der öffentlich-rechtlichen Sender WDR und NDR sowie der Süddeutschen Zeitung geht es dabei aber nicht um eine Verbindung zu Russland.
Laut Bundesanwaltschaft steht Hanning unter anderem unter dem Verdacht des versuchten Landesverrats und der geheimdienstlichen Agententätigkeit. Seinem Mitarbeiter wird Beihilfe vorgeworfen. Der Mitarbeiter soll dem ehemaligen Chef des deutschen Auslandsgeheimdienstes auch nach dessen Dienstzeit Erkenntnisse des BND weitergegeben haben, die Hanning für seine Beratertätigkeit genutzt haben soll.
Hanning leitete den BND von 1998 bis 2005, danach war er Staatssekretär im Innenministerium. Im Anschluss wechselte Hanning in die Privatwirtschaft und arbeitete als Sicherheitsberater.
Zuletzt stand er auch wegen einer möglichen Beteiligung an der Entführung der Kinder der Hamburger Unternehmerin Christina Block im Fokus. Hanning und ein pensionierter Beamter des Landeskriminalamtes Hamburg stünden im Verdacht, als Verantwortliche einer Sicherheitsfirma 2022 einen Auftrag zur Kindesentziehung von Block angenommen zu haben, hatte die Staatsanwaltschaft im Herbst 2025 mitgeteilt.