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«economiesuisse» – neuer Dachverband der Wirtschaft

Andres Leuenberger wird der erste Präsident von "economiesuisse". Keystone

Der Vorort und die Wirtschaftsförderung (wf) haben sich in Lausanne zum einem neuen Dachverband mit dem Namen economiesuisse zusammenge-schlossen. Die Wirtschaft erhofft sich davon mehr Schlagkraft bei der Durchsetzung ihrer Interessen in der Politik.

Erster Präsident von economiesuisse soll der Roche-Manager Andres F. Leuenberger werden, der bereits den Vorort präsidiert hatte. Ursprünglich hätte auch der Schweizerische Arbeitgeberverband in die neue Dachorganisation mit einbezogen werden sollen. Die Patrons winkten aber ab, weil sie einen zu geringen Einfluss im neuen Verband befürchteten.

Leuenberger unterstrich nun, der Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeberverband komme eine ganz besondere Bedeutung zu. Sie sei deshalb zentral, weil sich Wirtschaftspolitik nicht von der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik trennen lasse. Leuenberger bekräftigte, dass economiesuisse für jede Form der Annäherung mit dem Arbeitgeberverband offen sei. Neben dem Hauptsitz in Zürich ist der neue Dachverband auch in Genf, Bern, Lugano und Brüssel präsent.

Die Strategie von economiesuisse umriss Leuenberger am Freitag (15.09.) mit den Worten: «Nahe an der Sache, kompetent und hart in der Argumentation, verbindlich im Ton und verlässlich als Partner.» Man mute sich zu, das gesamtwirtschaftliche Interesse ebenso gut definieren zu können wie Politik und Verwaltung. Dies bedeute aber nicht, dass sich economiesuisse primär als Gegner für Politik und Verwaltung verstehe.

Es brauche einen gesellschaftlichen Wertekonsens. Dies könne jedoch kontradiktorische Auseinandersetzung um Grundfragen nicht ausschliessen. «Wir verstehen Gemeinsinn nicht als ‚Friede, Freude, Eierkuchen‘, sondern als pragmatische Erkenntnis, dass die gemeinsame Verpflichtung für die Behauptung des Wirtschaftsstandorts Schweiz letztlich allen in diesem Lande zugute kommt», sagte Leuenberger laut Redetext.

In seinem wirtschaftspolitischen Tour d’horizon ging Leuenberger unter anderem auch auf die Kontroverse über die Globalisierung ein. Armut und Umweltverschmutzung liessen sich weder durch «Saubannerzüge» gegen die Globalisierung noch durch die Verteufelung der WTO lösen, sagte er. Entscheidend sei vielmehr die Integration der betroffenen Länder in die Weltwirtschaft.

Leuenberger plädierte weiter für eine konsequente Fortsetzung der Haushaltkonsolidierung sowie für eine tiefe Staats- und Fiskalquote und bekräftigte den Widerstand seines Verbands gegen die Energievorlagen vom 24. September und gegen die 18-Prozent-Initiative.

swissinfo und Agenturen

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