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FOKUS/Karstadt-Sanierungsplan nimmt erste Hürde

Dieser Inhalt wurde am 09. November 2009 - 06:50 publiziert

ESSEN (awp international) - Auf dem Weg zur Sanierung des Warenhausriesen Karstadt muss Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg noch einige Hürden nehmen. Mit ihrem auf einen Zeitraum von drei Jahren verteilten Sanierungsbeitrag von 150 Millionen Euro haben die rund 28.000 Beschäftigten des Unternehmens ihren Beitrag geleistet. Nun müssen die anderen Beteiligten wie Vermieter, Dienstleister und Lieferanten folgen und ebenfalls Opfer bringen. Erklärtes Ziel sei es weiterhin, das Unternehmen als Ganzes zu erhalten, betonte der Warenhaus-Beauftragte von Görg, Rolf Weidmann.
Dabei werden nicht alle der derzeit 126 Karstadt Waren- und Sporthäuser auch eine Zukunft haben. 17 nicht genannte Warenhäuser stehen derzeit noch auf der Streichliste des Insolvenzverwalters, ursprünglich sollten bis zu 19 Häuser schliessen. "Das ist eine bittere Pille für die Beschäftigten", sagte Verdi-Vizechefin Margret Mönig-Raane. Die Gewerkschaft hofft, dass die Zahl der vor der Schliessung stehenden Häuser noch nach unten korrigiert werden kann. Sollte dies nicht gelingen, stünden Jobs in vierstelliger Grössenordnung zur Disposition, warnte Mönig-Raane.
DIENSTAG VORSTELLUNG DES INSOLVENZPLANS
Bereits am Dienstag will Insolvenzverwalter Görg den Gläubigern der Arcandor-Tochter einen Insolvenzplan vorstellen. Bislang sind jedoch Vermieter, Lieferanten und weitere Dienstleister des Warenhausunternehmens noch nicht mit ihren Sanierungsbeiträgen mit im Boot. Die Gespräche darüber würden sich voraussichtlich noch hinziehen, hiess es. Mit einem Sanierungsplan in der Tasche möchte Görg die Suche nach einem Investor vorantreiben.
Ganz oben auf der Wunschliste steht dabei der Erhalt des Warenhausunternehmens als Ganzes. Dafür soll nun zunächst ein Interessent gefunden werden. Gespräche mit Metro-Chef Eckhard Cordes habe es bislang nicht gegen, sagte Weidmann. Cordes hatte angekündigt, nur bis zu 60 der insgesamt 90 reinen Warenhäuser übernehmen zu wollen.
aRCANDOR AM MONTAG, QUELLE AM MITTWOCH
Vor der Karstadt-Gläubigerversammlung am kommenden Dienstag steht zum Wochenbeginn zunächst die Holding-Gesellschaft Arcandor auf dem Plan des Insolvenzverwalters. Den Abschluss der drei Veranstaltungen bildet am Mittwoch die Versammlung des Versandhändlers Quelle. Insgesamt war der Insolvenzverwalter von bis 75 000 Gläubigern ausgegangen, von denen voraussichtlich nur ein Bruchteil erscheinen wird.
Als sogenannte nachrangige Gläubiger sind bei der Arcandor- Gläubigerversammlung auch Aktionäre vom Gericht zugelassen worden. Viel Hoffnung auf Zahlungen können sich die Anteilseigner jedoch nicht machen. Sie würden erst dann Geld erhalten, wenn es gelingen sollte, die Forderungen aller anderen Gläubiger zu befriedigen.
KEINEN ZUGRIFF MEHR AUF THOMAS COOK
Keinen Zugriff mehr hat der Insolvenzverwalter auf die profitable Ex-Arcandor-Tochter Thomas Cook , deren verpfändete Anteile mittlerweile verkauft wurden. Das Essener Amtsgericht hatte die Insolvenzverfahren am 1. September eröffnet.
Während die Bemühungen zur Karstadt-Rettung noch auf Hochtouren laufen, hat der Insolvenzverwalter den Plan zum Erhalt des Arcandor-Versandhändlers Quelle bereits vor mehr als zwei Wochen für gescheitert erklärt. Ein Investor für das Traditionsunternehmen hatte sich nicht gefunden. Rund 2.000 der etwa 6.000 verbliebenen Quelle- Beschäftigten wurden daraufhin bereits zum 31. Oktober freigestellt. Ein Ausverkauf besiegelt derzeit das endgültige Ende des Versandhändlers./uk/DP/he

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