Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Elektronische Unterschriften: gut für die Demokratie, schädlich für das diplomatische Ansehen der Schweiz? US-Präsident Donald Trump hat das mit dem Iran erzielte Abkommen überraschend und vorzeitig in Versailles digital unterzeichnet. Was geschieht also auf dem Bürgenstock im Kanton Nidwalden, wo morgen die Unterzeichnungszeremonie vorgesehen war?
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Das angekündigte Abkommen zwischen Washington und Teheran, dessen Unterzeichnungszeremonie in der Schweiz vorgesehen war, hat US-Präsident Donald Trump in der Nacht digital unterzeichnet. Er tat dies während eines Aufenthalts im Schloss von Versailles. Im Kanton Nidwalden soll dennoch ein Treffen stattfinden.
Viele Menschen in der Schweiz haben heute Morgen wohl ihre Augenbrauen hochgezogen, nachdem sie die Nachricht von Trumps digitaler Unterschrift gelesen hatten. Dies, nachdem gestern noch alle Medien die Ankündigung verbreitet hatten, das Dokument werde am Freitag auf dem Bürgenstock unterzeichnet.
«Wird die Schweiz weiterhin beteiligt sein?», fragten sie sich. In einer an Keystone-SDA übermittelten Erklärung bestätigt das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten ein Treffen im Nidwaldner Resort. Nach dem aktuellen Stand der Dinge ist nämlich nach wie vor vorgesehen, dass sich Vertreter der USA und des Iran zusammen mit pakistanischen und katarischen Vermittlern sowie den anderen beteiligten Ländern dort treffen, um die ersten Verhandlungen über die Umsetzung des Abkommens aufzunehmen.
In einem Leitartikel betont Bluenews, dass «am Ende Frankreich der Schweiz die Show gestohlen hat», indem es Versailles als Kulisse für einen bedeutenden symbolischen Moment der internationalen Geopolitik anbot. Trotz der Dankesworte, die Macron der Schweiz für die Zusammenarbeit während des G7-Gipfels in Évian aussprach, wird Trumps Unterschrift im Schloss des Sonnenkönigs als ein weiterer Affront seitens Frankreichs gewertet, das nie angedeutet hat, für die von der Schweiz aufgrund des nahe der Grenze organisierten Gipfels getragenen Sicherheitskosten in die Tasche greifen zu wollen.
Nach drei Stunden hitziger Debatten hat der Nationalrat gestern Abend mit 96 zu 86 Stimmen bei 9 Enthaltungen «Nein» zum Freihandelsabkommen der Efta-Staaten mit den Mercosur-Staaten (Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay) gesagt. Die Vorlage geht nun an den Ständerat.
Ein Teil der Schweizerischen Volkspartei (SVP) und der Mitte schloss sich der Linken an – die es zuvor nicht geschafft hatte, ihre Vorschläge zum Schutz der Menschenrechte und der Umwelt durchzubringen –, um das Abkommen abzulehnen. Das Ergebnis war eine Überraschung. Den Ausschlag gaben die Stimmen, die die Anliegen der Landwirtschaft vertreten. Der Antrag auf einen Kredit von 880 Millionen Franken zur Kompensation der von Landwirtinnen und Landwirten befürchteten Verluste im Falle einer Annahme des Abkommens war nämlich abgelehnt worden.
Ein weiterer bedeutender Entscheid des Nationalrats war die heutige Annahme des indirekten Gegenvorschlags des Bundesrats zur Initiative «Blackout stoppen», die das Neubauverbot von Atomkraftwerken aufheben will. Das Volk wird voraussichtlich das letzte Wort haben, da die Grünen bereits ein Referendum angekündigt haben.
Mit nur zwei Stimmen Unterschied (100 zu 98) schloss sich der Nationalrat dem Ständerat an und sprach sich gegen die Rückweisung des Dossiers an die Regierung aus, mit der weitere Klärungen rund um die Finanzierung von allfälligen neuen AKWs verlangt worden wären. Noch am Montag hatte sich die grosse Kammer dafür ausgesprochen.
In der Schweiz sind die Geburten auch 2025 zurückgegangen, wenn auch nur geringfügig, während die Zahl der Todesfälle nahezu stabil geblieben ist. Dies geht aus den heute vom Bundesamt für Statistik BFS veröffentlichten Zahlen hervor.
Im vergangenen Jahr kamen 78’200 Kinder zur Welt, 100 weniger als 2024 (-0,1%). Es ist das vierte Jahr in Folge, in dem dieser Wert sinkt, wenn auch weniger stark als 2024 (-2,2%) und 2023 (-2,8%). Das Durchschnittsalter bei der ersten Schwangerschaft stieg auf 32,5 Jahre, gegenüber 32,4 Jahren im Vorjahr.
Die Todesfälle hingegen beliefen sich 2025 auf 71’900, womit der natürliche Bevölkerungszuwachs, also die Differenz zwischen Geburten und Todesfällen, bei rund 6300 Personen lag. Der Wert bleibt zwar im positiven Bereich, schrumpft aber weiter und liegt deutlich unter dem Höchststand von 22’900, der 2016 verzeichnet wurde.
Das BFS meldet zudem einen Rückgang sowohl bei den Eheschliessungen (35’900 / -2,3%) als auch bei den Scheidungen (15’800 / -2,2%). Einer vorläufigen Schätzung zufolge könnten, sollten sich die aktuellen Trends bestätigen, fast zwei von fünf Ehen mit einer Scheidung enden.
Heute Abend steht das zweite Spiel der Schweizer Nationalmannschaft an der Fussball-Weltmeisterschaft auf dem Programm. Wie schon beim ersten Spiel treffen wir auch heute einen Auslandschweizer, der uns beschreibt, wie er das Ereignis in seiner Wahlheimat Los Angeles erlebt.
Micky Hohl, 62 Jahre alt, verfolgt das Turnier von Los Angeles aus. In der Stadt herrsche eine lebhafte Atmosphäre, doch die WM sei nicht immer zugänglich. Für 500 Dollar (rund 400 Franken) hätte er im Stadion lediglich einen Platz «fast in den Wolken» bekommen, weit entfernt vom Spielfeld, auf dem die Schweiz versuchen wird, sich gegen Bosnien-Herzegowina durchzusetzen.
Er hat sich deshalb entschieden, das Ereignis in seinem Quartier Koreatown zu erleben, zwischen Grossleinwänden und Lokalen, mit Schweizer Fahne und Kuhglocke. In der Stadt ist die WM deutlich spürbar: Werbung, Gadgets und sogar spezielle Tickets für den öffentlichen Verkehr in den Farben der verschiedenen Mannschaften. Obwohl sie teurer sind als die herkömmlichen Fahrkarten, konnte Hohl nicht widerstehen und hat sich ein solches Schweizer WM-Souvenir gekauft.
Je näher das Turnier rückte, desto deutlicher wurde das Fussballfieber, vor allem in den Fan-Zonen wie dem Liberty Park. «Der Park war voller Putzteams, die jedes Detail gereinigt haben. So etwas habe ich in den 14 Jahren, in denen ich hier lebe, noch nie gesehen», erzählt Hohl. Er bedauert jedoch das Fehlen offizieller Schweizer «Watch Parties». «Sogar Usbekistan hat eine», sagt er.
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