The Swiss voice in the world since 1935

In Graubünden sind zahlreiche halbautomatische Waffen im Umlauf

Keystone-SDA

Seit November 2022 sind in Graubünden gut 1100 Bewilligungen für halbautomatische Waffen ausgestellt worden. Das antwortete der Bündner Regierungsrat Peter Peyer auf eine entsprechende Frage von SP-Grossrat Davide Vassella.

(Keystone-SDA) Vassella stellte die Frage nach der Verfügbarkeit von halbautomatischen Waffen angesichts der jüngsten Tragödie in Aarau, wo ein Mann mit einer Kalaschnikow an einer Veranstaltung auf Personen schoss, eine Frau tötete und mehrere weitere Personen verletzte.

Er wollte deshalb wissen, welche Kontrollen vor einer Bewilligung und danach durchgeführt werden. SP-Regierungsrat Peyer antwortete darauf, dass bei jedem Gesuch Hinderungsgründe, Einträge im Strafregister sowie Meldungen an die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) überprüft werden sowie Abklärungen beim kantonalen Nachrichtendienst erfolgen.

Ausserdem würden Einträge in der Armee- und der Polizeidatenbank geprüft. «Bei kritischen Gesuchstellern werden zusätzlich noch medizinische Abklärungen gefordert, es werden Anfragen gestellt an die lokalen Polizeistützpunkte oder die Kriminalpolizei, es werden Leumundsberichte eingeholt und persönliche Gespräche geführt», so Peyer.

Es kommt regelmässig zu Waffeneinzügen

Nach der Erteilung einer Bewilligung würden bei Sammlern von Serienfeuerwaffen sporadische Prüfungen der Aufbewahrung vor Ort in Anwesenheit des Waffenbesitzers durchgeführt. Sofern Meldungen zu Strafregistereinträgen, Meldungen der KESB, des Nachrichtendienstes oder der Polizei eingehen, würden die Bewilligungsvoraussetzungen erneut geprüft.

So komme es auch immer wieder zu Waffeneinzügen. Im laufenden Jahr war dies gemäss Peyer bereits bei 22 Personen der Fall, 2025 bei 19 Personen. Wie viele Waffen eingezogen wurden, kann Peyer aber nicht sagen, weil die Einzüge personen- und nicht waffenbezogen erfasst werden.

Peyer sieht aktuell keinen Anpassungsbedarf beim bestehenden System.

Halbautomatische Gewehre mit grossen Magazinen sind seit einer Gesetzesänderung auf nationaler Ebene im Jahr 2019 verboten. Mit Ausnahmebewilligungen bekommen etwa Sportschützen oder Sammler diese Gewehre aber trotzdem. Der Amoktäter von Aarau benutzte bei der Tat eine solche Waffe.

Beliebte Artikel

Meistdiskutiert

Swissinfo bei Google bevorzugen

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft