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IPO/Spanien verschiebt Börsengang von Lotterie

MADRID (awp international) – Die spanische Regierung hat bei der Sanierung der Staatsfinanzen einen Rückschlag erlitten. Aufgrund der schlechten Lage auf den Finanzmärkten verschob Madrid die geplante Teilprivatisierung der staatlichen Lotteriegesellschaft auf unbestimmte Zeit. «Bei den Investoren gibt es zwar ein grosses Interesse, aber die gebotenen Preise wollen wir nicht akzeptieren», sagte Wirtschafts- und Finanzministerin Elena Salgado am Donnerstag dem staatlichen Rundfunk RNE.
Spanien hatte mit dem Verkauf sieben bis neun Milliarden Euro in die Staatskasse bringen wollen. Das Geld sollte für den Abbau von Schulden verwendet werden. Der Börsengang sollte der grösste sein, den jemals eine spanische Regierung eingeleitet hat. Madrid wollte Ende Oktober oder Anfang November 30 Prozent des Kapitals der Gesellschaft Loterías y Apuestas del Estado (Staatliche Lotterien und Wetten) an die Börse bringen.
Die sozialistische Regierung will den Börsengang nachholen, sobald die Märkte sich erholt haben. Es ist jedoch fraglich, ob es dazu überhaupt noch kommen wird. Bei der vorgezogenen Parlamentswahl am 20. November wird ein Sieg der konservativen Volkspartei (PP) erwartet. Die PP hatte sich von Anfang an gegen die Privatisierung ausgesprochen.
Der PP-Sprecher Esteban González Pons bekräftigte, dass seine Partei die Lotterie nicht an die Börse bringen werde. «Die Lotterie ist eine der ergiebigsten Milchkühe des Staates», sagte er dem Sender Telemadrid am Donnerstag. Die Gesellschaft, die auf eine fast 250-jährige Geschichte zurückblickt, hatte im vorigen Jahr einen Nettogewinn von fast 2,6 Milliarden Euro abgeworfen./hk/DP/nmu

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