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Irans Justiz kündigt Prozesse im Schnellverfahren an

Keystone-SDA

Angesichts der anhaltenden Protestwelle im Iran hat die Justiz Prozesse im Schnellverfahren angekündigt.

(Keystone-SDA) «Zur schnellen, genauen und umfassenden Bearbeitung der Verfahren der Elemente der Unruhen wurden besondere Kammern unter Mitwirkung erfahrener Richter eingerichtet», sagte Justizchef Gholam-Hussein Mohseni-Edschehi laut dem Justizportal Misan.

Der Justizchef erklärte weiter, dass seine Behörden angewiesen worden seien, bei Bedarf vor Ort präsent zu sein. Justizbeamte sollen sich über die Demonstrationen informieren und die Proteste aus nächster Nähe beobachten.

Ähnliche Schnellverfahren hatte die Justiz bereits nach dem Krieg gegen Israel vor gut einem halben Jahr angeordnet, um mutmassliche Kollaborateure mit dem Erzfeind schneller zu verurteilen. Bei den grossen Protestwellen der vergangenen Jahre war dies ebenfalls ein übliches Vorgehen.

Die aktuellen Proteste, ausgelöst zunächst durch die massive Wirtschaftskrise, sind die schwersten seit drei Jahren. Im Herbst 2022 waren Menschenmassen unter dem Motto «Frau, Leben, Freiheit» auf die Strasse gegangen. Im Zusammenhang mit den Aufständen liess die Justiz danach mindestens 12 Menschen hinrichten.

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