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Kanton Aargau will Waschbären-Ausbreitung verzögern

Keystone-SDA

Der Kanton Aargau will die weitere Ausbreitung des Waschbären verlangsamen. Aufhalten lässt sich das Wachstum der Population der Tiere laut Behörden jedoch kaum. Im vergangenen Jahr wurden im Aargau 60 Waschbären erlegt beziehungsweise als Fallwild geborgen.

(Keystone-SDA) Der Aargau liege zusammen mit dem Kanton Basel-Landschaft an der «südlichen Ausbreitungsfront des Waschbärs», schrieb der Regierungsrat am Freitag in der Beantwortung einer Interpellation aus den Reihen von SP, SVP, Mitte und Grünen.

Zur Bekämpfung setzt der Regierungsrat primär auf die Aufklärung der Bevölkerung sowie auf die Unterstützung der Jägerschaft. Die Fachstelle Neobiota erarbeitete dazu einen Informationsflyer aus, der konkrete Schutzmassnahmen für Wohngebäude aufzeigt.

Demnach sollen die Leute keine Speisereste oder Tierfutter im Freien stehen lassen. Auch soll der Kompost abgedeckt und den Zugang zu Häusern über Katzenklappen verhindert werden. Wer einen Waschbär sichtet, soll dies der Jagdaufsicht melden.

Selbst entwickelte Kastenfallen

Für den gezielten Fang eines Waschbären stellt die kantonale Sektion Jagd und Fischerei den Jagdgesellschaften elf eigens entwickelte Kastenfallen im Dauereinsatz bereit, wie es in der Beantwortung heisst.

Ein Aargauer Schreiner fertige diese Fallen mitsamt Abfangkorb für rund 800 Franken pro Stück an. Der Kastenfallen-Typ sei von der Fachstelle Jagdstelle und Fischerei entwickelt worden. Dieser habe sich bewährt. Weil das Aufstellen solcher Fallen als jagdliche Tätigkeit gelte, bleibe der Einsatz Jägern vorbehalten.

Population steigt weiter

Vor zehn Jahren wurde gemäss Angaben des Kantons der erste Waschbär in der Jagdstatistik registriert. Es habe zuvor 1999 und 2001 Meldungen von erlegten oder verunfallten Waschbären gegeben.

Seit 2019 erlegte die Jägerschaft jedes Jahr Waschbären. Im vergangenen Jahr wurden 60 Waschbären erlegt oder als Fallwild geborgen. Es sei davon auszugehen, dass sich diese Entwicklung fortsetze, heisst es in der Beantwortung.

Der aus Nordamerika stammende Waschbär wurde in den 1930er-Jahren für die Pelzproduktion nach Deutschland gebracht und später freigesetzt. In der Natur vermehrte er sich in den letzten 20 Jahren stark. Der anpassungsfähige, räuberische Allesfresser stellt laut Fachleuten eine Gefahr für einheimische Tiere dar.

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