Kanton Baselland rechnet 2027 mit Defizit von 14 Millionen Franken
Der Kanton Baselland budgetiert für das Jahr 2027 ein Defizit von 14 Millionen Franken. Dies hat Finanz- und Kirchendirektor Anton Lauber (Mitte) am Mittwoch bei der Präsentation des Aufgaben- und Finanzplans 2027-2030 (AFP) bekanntgegeben.
(Keystone-SDA) Einem betrieblichen Aufwand von rund 3,43 Milliarden Franken steht ein betrieblicher Ertrag von rund 3,38 Milliarden Franken gegenüber, wie dem AFP zu entnehmen ist. Daraus ergibt sich ein Betriebsdefizit von zirka 55,3 Millionen Franken, das von einem positiven Finanzergebnis auf einen operativen Überschuss von rund 41,5 Millionen Franken angehoben wird. Ausserordentliche Aufwände drücken das Gesamtergebnis aber wieder 14 Millionen Franken ins Minus.
Der Kanton hatte das Jahr 2025 mit einem Überschuss von 42,1 Millionen Franken abgeschlossen. Während für das Jahr 2026 ein Defizit von rund 46,2 Millionen Franken budgetiert ist, rechnet man zur Zeit mit einem Überschuss von ungefähr 106 Millionen Franken, wie es hiess. Dies sei auf höhere Steuereinnahmen und Ausschüttungen der Nationalbank zurückzuführen.
Einnahmen wachsen schneller als Ausgaben
«Steuermehreinnahmen bilden ein finanzielles Polster für kommende Herausforderungen», betonte Lauber. Für das kommende Jahr seien gegenüber 2026 rund 125 Millionen Franken an Mehreinnahmen bei den Einkommens- und Vermögenssteuern natürlicher Personen sowie bei den Grundstückgewinnsteuern projiziert. Bei den Gewinnsteuern juristischer Personen komme es jedoch zu einem Rückgang von 32 Millionen Franken.
Insgesamt sollen die Einnahmen stärker wachsen als die Ausgaben, wie Lauber sagte. Bis 2030 nehme der Aufwand um durchschnittlich 1,1 Prozent pro Jahr zu, der Ertrag hingegen um 2,5 Prozent. Im Jahr 2030 dürfte das Budget auch eine erhebliche Entlastung erfahren, weil voraussichtlich schon 2029 ein Fehlbetrag von über einer Milliarde Franken, der durch eine Reform der Basellandschaftlichen Pensionskasse entstanden ist, abbezahlt sein wird.
Es bestehen Risiken
«Baselland prosperiert und kommt hervorragend vorwärts», sagte Lauber. Doch er und Finanzverwalter Laurent Métraux warnten auch vor Risiken in der Zukunft. So würden die kurzfristig nicht steuerbaren Ausgaben wachsen, so etwa im Bereich Gesundheit. Zudem bestehe nie Klarheit über Ausschüttungen der Nationalbank und es komme derzeit zu geopolitischen Umbrüchen. Auch gebe es politische Risiken durch Forderungen nach Steuersenkungen und Initiativen.
Die Anzahl Stellen beim Kanton soll von 2026 auf 2027 hin von 5278 auf 5493 wachsen, wie angekündigt wurde. Den grössten Anteil daran hätten 68 Berufslehrpersonen, die der Kanton übernehme – und auch bei der Polizei sollen 35 Personen eingestellt werden.
Allerdings soll die Stellenzahl dann trotz Fluktuationen bis 2030 gleich bleiben. Die grösste Abnahme seien 20 befristete Anstellungsverhältnisse bei der Polizei, die endeten, die grösste Zunahme 45 neue Lehrpersonen.
Kanton will weiterhin investieren
Für 2027 sind Bruttoinvestitionen von 335 Millionen Franken mit erwarteten Nettoausgaben von knapp über 200 Millionen Franken budgetiert, wie es weiter im AFP steht. Dabei werde mit einem Selbstfinanzierungsgrad von 70,7 Prozent gerechnet. Im laufenden Jahr soll er voraussichtlich bei 51,8 Prozent liegen, dies bei Nettoinvestitionen von 180 Millionen Franken.
Das Eigenkapital, Ende 2026 voraussichtlich bei 922 Millionen Franken, soll gemäss Budget 2027 leicht auf 907 Millionen Franken sinken. Lauber bezeichnete dies am Mittwoch als «hervorragend» und sprach von «Rekordwerten» in der Zukunft. Man sei weit weg vom Warn- oder gar vom Mindestwert.