Kritik aus Israel nach Macrons UN-Rede
Äusserungen von Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron bei der UN-Generaldebatte in New York haben in Israel für Ärger gesorgt.
(Keystone-SDA) Macron kritisierte die Lage im Westjordanland und sagte dabei, dass die Hamas dort «nie gewütet» habe. Das Büro von Israels Ministerpräsidenten nannte diese Aussage in einer Mitteilung «erschütternd». Mitglieder der Hamas hätten im Westjordanland viele israelische Zivilisten getötet.
Auch Netanjahus wichtigster Rivale, Ex-Militärchef Gadi Eisenkot, kritisierte Macrons Aussage, die nichts mit der Realität vor Ort zu tun habe. Die Hamas sei auch im Westjordanland aktiv. «Der Kampf gegen den Terror steht nicht zur Debatte», schrieb er auf der Plattform X. Israel werde internationale Heuchelei, die auf Kosten der Sicherheit der israelischen Bevölkerung gehe, nicht hinnehmen.
Der französische Präsident hatte in seiner Ansprache in New York kritisiert, dass im Westjordanland täglich Verstösse verübt würden. «In wessen Namen? Die Hamas hat im Westjordanland nie gewütet.» Die «Times of Israel» berichtete unter Berufung auf einen französischen Diplomaten, Macron habe sagen wollen, dass die Hamas im Westjordanland nicht regiere.
Immer wieder gibt es auch tödliche Gewalt im Westjordanland
Die Lage im besetzten Westjordanland hat sich seit dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 und dem dadurch ausgelösten Gaza-Krieg noch einmal verschärft. Erst am Sonntag schoss ein mutmasslich palästinensischer Täter auf einen israelischen Siedler und tötete ihn. Zugleich hat die oft auch tödliche Gewalt radikaler israelischer Siedler gegen Palästinenser deutlich zugenommen. Dem israelischen Militär wird immer wieder vorgeworfen, nicht entschieden genug gegen solche Angriffe vorzugehen oder sogar mit den Siedlern zu kooperieren. Auch bei israelischen Armeeeinsätzen im Westjordanland gibt es immer wieder Tote.