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Ein verändertes Bild der Einwanderung

Die Bogen der Volkszählung werden ausgewertet. Keystone

Die Struktur der Schweizer Bevölkerung der 90er Jahre gleicht eher New Yorker Verhältnissen als jenen zur Zeit des Rütlischwurs.

Jeder zehnte Einwohner der Schweiz spricht heute als Hauptsprache eine Nicht-Landessprache, der Islam ist zur dritten Konfession in der Schweiz avanciert, Zürich wächst als Metropole, das Bevölkerungswachstum der Schweiz übertrifft den europäischen Durchschnitt dank Einwanderung bei weitem.

Die Schweiz globalisiert sich auch im Inneren, was sie vor der Überalterung schützt, befindet das Bundesamt für Statistik (BfS) in seinen ersten Ergebnissen der «Volkszählung 2000».

Kulturelle Vielfalt

Die kulturelle Vielfalt der Bevölkerung zeigt sich in Nationalität, Sprache und Religion: Doch der Anteil Ausländer an der Bevölkerung liegt heute nur 1,5% höher als vor zehn Jahren. Er übertraf im Jahr 2000 knapp die 20-Prozent-Marke.

Was sich stark verändert hat, ist das Ursprungsland dieser Ausländer. Bis 1960 stammten 85% aller Ausländer aus den Nachbarländern, heute sind es noch 35%.

Weniger Viva Italia

1970 stellten die Italiener noch 54% aller Ausländer, heute stellen sie noch 22%, was nur zum Teil auf Einbürgerungen zurückzuführen ist. Dafür gibt es 211’000 Ausländer aus dem heutigen serbischen Jugoslawien (inklusive Kosovo), gegenüber 51’000 Bosniern und 44’000 Kroaten.

1990 waren die Spanier die drittgrösste Ausländergruppe, heute sind es die Portugiesen. Im letzten Jahrzehnt wanderten sehr viele Spanier wieder zurück.

Die europäische Einwanderung hat sich zur aussereuropäischen verringert: Mit 13% aussereuropäischem Anteil an den Ausländern positioniert sich die Schweiz im Vergleich zu Deutschland (19%) oder Frankreich (54%) sehr weit hinten.

Kein viersprachiges Land mehr

Noch sind Deutsch, Französisch und Italienisch die weitverbreitetsten Sprachen in der Schweiz. Doch Spanisch, Südslawisch, Portugiesisch, Türkisch und Englisch schliessen als «Hauptsprachen» stark auf, jeweils viel mehr als Romanisch, das nur noch von weniger als 0,4% der Gesamtbevölkerung gesprochen wird.

Zunehmend sind Ausländer in der Zwischenzeit jedoch derart integriert, dass sie eine der vier Landessprachen als «Hauptsprache» angeben, besonders die Ausländer der zweiten Generation.

Das Bundesamt für Statistik (BfS) hat 12 Mio. Fragebogen elektronisch erfasst. Dabei wurden 1,5 Mia. statistische Merkmale erfasst. Über 90% der Bevölkerung hatte den Fragebogen vor dem Versand der ersten Mahnung zurückgeschickt.

Alexander P. Künzle

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