The Swiss voice in the world since 1935
Top Stories
Schweizer Demokratie
Newsletter
Top Stories
Schweiz verbunden
Podcast

Kein Filmriss in Solothurn

Bilck in einen Vorführraum in Solothurn. Keystone Archive

Am Sonntag gingen in Solothurn die Filmtage zu Ende. Einmal mehr waren die Dokumentarfilme für die Highlights besorgt.

Die 37. Ausgabe der Filmtage in Solothurn war mit rund 34’000 Zuschauern (Vorjahr: 30’000) erneut ein voller Erfolg. Allerdings werden es die in Solothurn in Premiere gezeigten Spielfilme in den Kinos schwer haben – mit Ausnahme der Perle «C’est mourir un peu?» von Antoine Plantevin, der ohne Bundessubventionen entstanden ist.

Plantevin hat in Genfs Strassen verschiedene menschliche Schicksale ineinander verwoben und in einem grandiosen Finale zusammenlaufen lassen. Mit bewegter Kamera und in improvisierten Dialogen verfolgt er kleine Menschen auf der Suche nach etwas Glück und zeigt, wie sehr dabei Zufall im Spiel ist.

Mehrheitlich enttäuschend

Eher enttäuschend waren die weiteren erstmals gezeigten Spielfilme: Der mit Spannung erwartete Streifen «Epsteins Nacht» des Berners Urs Egger erwies sich als reichlich konstruiertes und holprig inszeniertes Drama um drei frühere KZ-Insassen, die ihrem ehemaligen Peiniger wieder begegnen.

Auch die zweite grosse Spielfilmpremiere, der Erstling «Julies Geist» der Baslerin Bettina Wilhelm, vermochte nicht zu überzeugen. Der Film ist – wie «Epsteins Nacht» – in Deutschland entstanden. Die Regisseurin verliert sich in der wenig glaubwürdigen Handlung – auch wenn die Schauspieler überzeugen und der Film technisch von hoher Qualität ist.

Im Kino ebenfalls schwer haben dürfte es «Angeli non ne ho mai visti» des Tessiners Matteo Bellinelli, eine Liebesgeschichte in und ausserhalb von Klostermauern.

«Mounted by the Gods»

Deutlich überzeugender als der Spielfilm trat der Dokumentarfilm auf. Mit «Mounted by the Gods» von Alberto Venzago und «War Photographer» von Christian Frei waren in Solothurn zwei bedeutende neue Schweizer Dokumentarfilme zu entdecken.

Frei folgt hautnah dem Kriegsfotografen James Nachtwey auf seinen Streifzügen über die Kriegsschauplätze der Welt, während Venzago, selber ein berühmter Fotograf, im afrikanischen Benin dem Kult des Voodoo auf die Spur zu kommen sucht. «Mounted by the Gods» besticht mit faszinierenden schwarz-weiss-Bildern aus einer bei uns völlig unbekannten Welt.

Ebenfalls zu begeistern wusste Werner Schweizer mit seiner chronologischen Dokumentation über den Walliser Fliegerhelden «Von Werra»: Ein Schweizer als Nazi-Fliegerheld, von Hitler geehrt, vom Volk bejubelt, aus britischer Gefangenschaft geflohen, und mit nur 27 Jahren unter ungeklärten Umständen abgestürzt.

Der in der Westschweiz lebende US-Filmer Peter Entell geht in seinem Film «Le tube» der Fernsehsucht nach, unter der besonders Kinder und Jugendliche leiden. Trotz faszinierenden Bildern gelingt es ihm aber nicht, wirklich zur Sache zu kommen.

swissinfo und Agenturen

Beliebte Artikel

Meistdiskutiert

In Übereinstimmung mit den JTI-Standards

Mehr: JTI-Zertifizierung von SWI swissinfo.ch

Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!

Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft