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Kleiner Fächer – grosse Bauten

1. August-Abzeichen: Der mehrfarbige Fächer soll die Vielfalt der Schweiz symbolisieren. Keystone

Nicht nur Laternen und Feuerwerk gehören zum schweizerischen National-Feiertag. Auch das 1. August-Abzeichen ist kaum wegzudenken - farbige Fächer verkauft Pro Patria in diesem Jahr. Der Erlös kommt primär der Restaurierung von vier Baudenkmälern zugute.

«Möchten Sie ein 1. August-Abzeichen?» Im ganzen Land stehen sie wieder bei Laden-Ausgängen und Flanier-Meilen: Kinder und Jugendliche, die das Abzeichen zum Kauf anbieten. 500’000 Stück sind produziert worden.

Der Erlös wird zusammengelegt mit jenem aus dem Verkauf der Pro Patria Marken. Rund 3 Mio. Franken kommen so jährlich zusammen. Der Betrag des Abzeichen-Verkaufs macht einen Drittel aus. Verwendet wird das Geld in diesem Jahr primär zur Erhaltung und Pflege von vier Bauten der Schweizer Kulturgeschichte.

Baudenkmäler von nationaler Bedeutung

Die Abbildungen dieser vier Bauten zieren deshalb auch die diesjährige Serie der Pro Patria Marken. Zum einen ist dies das Bischofsschloss in Leuk (VS). Es soll vom Architekten Mario Botta restauriert und als Begegnungs-Stätte neu belebt werden. Trotz zahlreicher Umbauten sind die romanischen Fenster des Schlosses bis heute erhalten geblieben.

Weiter wird das Kornhaus in Rohrschach (SG) unterstützt, ein barocker Kornspeicher, der «als der schönste der Schweiz gilt», wie Roman Schönauer, Generalsekretär Pro Patria sagt.

Restauriert werden soll auch die Zisterzienser-Abtei in Hauterive (Fr), wo es darum geht, «einen herrlichen Kreuzgang aus der Zeit der Gotik zu restaurieren».

Ferner engagiert sich Pro Patria für das Theater «à l’italienne» in La Chaux-de-Fonds. Ein Bühnenhaus aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, das seine ursprüngliche Ausstattung und damit seinen eigenen Reiz bewahrt hat.

Daneben möchte Pro Patria einen Beitrag leisten an die Restaurierung von Kapellen im Kanton Tessin, sowie an Jugendaustausch-Programme zwischen Kantonen und Sprachregionen.

Strenge Selektion

«Wir bekommen jährlich um die 200 Gesuche», sagt Roman Schönauer. Die Selektion sei «sehr streng», wichtig sei dabei die Hilfe der Denkmalpflege, der eidgenössichen Kommission für Denkmalpflege und der kantonalen Institutionen. «Wir sind stolz, dass wir über die Jahrzehnte immer wieder Objekte gefunden haben, die von ihrem Wert der Erhaltung her ausser Diskussion stehen.»

Kulturelle und auch soziale Projekte unterstützt die Schweizerische Stiftung Pro Patria seit 1909. «Ohne Pro Patria wäre unser Land um manches kunst- und kulturgeschichtlich bedeutsame Werk ärmer», meint Bundespräsident Moritz Leuenberger, der das Ehrenpräsidium der Stiftung innehat.

Auch im Ausland

Die 1.-August-Abzeichen können via Botschaften und Konsulate auch im Ausland erworben werden. Im letzten Jahr beispielsweise hat Pro Patria 22’000 Stück verkauft jenseits der Schweizer Grenzen. «Wir spüren, dass die Leute, die im Ausland leben und sich mit der Schweiz verbunden fühlen, an diesem Abzeichen hängen», fügt Roman Schönauer hinzu.

Kathrin Boss Brawand

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