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Rückschlag für Gertsch-Museum: Stützmauer eingestürzt

Franz Gertsch mit seinem Werk "Silvia", das in Burgdorf ausgestellt werden soll - dies trotz Mauer-Einsturz rechtzeitig. Keystone

Ein denkmalgeschütztes ehemaliges Käselager in Burgdorf (BE) soll dereinst Standort des geplanten Museums für den Berner Maler Franz Gertsch werden. Nun brach eine Stützmauer ein. Das historische Gebäude muss abgebrochen und wieder aufgebaut werden.

Es wird jedoch an der gleichen Stelle originalgetreu rekonstruiert. Der Einsturz der Grundmauer vom Freitag ist auf die Instabilität der Sandsteinmauern zurückzuführen, wie Arno Stein als Vertreter der Bauherrschaft Techpharma Management AG am Samstag (25.11.) sagte.

Die Sicherung des bestehenden Baukörpers wäre zu gefährlich und finanziell zu aufwändig, sagte Stein. Das Haus müsse aus Gründen des Denkmalschutzes originalgetreu rekonstruiert werden.

Dass es überhaupt zum folgenschweren Einsturz gekommen ist, liegt offenbar an den Spannungen, die in einem alten Gebäude vorhanden seien. Die Mauer, aus der das Stück herausgebrochen ist, war aus Sandstein. Ob allenfalls Erschütterungen auf der Baustelle zum Mauereinsturz geführt haben könnten, muss noch abgeklärt werden.

Originalteile werden wieder verwendet

Die erforderlichen Zustandspläne für den Wiederaufbau sind laut dem zuständigen Architekten erhalten. Beim Wiederaufbau des ehemaligen Käselagers sollen alle wichtigen originalen Bauteile wie Fensterbänke, Streben und Büge verwendet werden. Somit dürfte auch das rekonstruierte Käselager den Anspruch behaupten, original zu sein.

Als Kontrast zu den Neubauten bilde das ehemalige Käselager einen unverzichtbaren Teil des Neubaukonzepts, sagte der kantonale Denkmalpfleger Jürg Schweizer. Dass es nun als Kopie erscheinen werde, sei ein schmerzlicher Verlust, da der ehemals weitverbreitete Typus des Käsehandelshauses sehr selten geworden sei.

Die Zweck-Veredelung vom früheren Käselager zum Kulturtempel wird wie zu vernehmen ist, durch das unvorhergesehene Einbrechen besagter Stützmauer nicht aufgehalten. Der geplante Eröffnungstermin des Museums im Mai 2002 dürfte eingehalten werden können. Und auch die anlaufenden Mehrkosten halten sich in Grenzen, voraussichtlich rund 200’000 Franken. Budgetiert waren ursprünglich 25 Mio. Franken.

Das vom Burgdorfer Gemeinderat und Industriellen Willy Michel und dem Leiter der örtlichen Kunsthalle Maxe Sommer initiierte Franz Gertsch-Museum auf dem ehemaligen «Milka-Areal» soll dereinst neben verschiedenen Wechselausstellungen die Werke des 70-jährigen Rüschegger Malers und Holzschneiders Franz Gertsch beherbergen. Neben dem ehemaligen Käselager sind zwei Neubauten Teil des Projekts.

Das Projekt wird mit privaten Mitteln und nach Plänen des Architekturbüros «Jörg und Sturm» (Langnau i.E.) realisiert.

Der 70-jährige Berner Maler und Holzschneider Franz Gertsch ist Mitglied der Projektleitung. Seine Werke, «Grasbilder» und das Porträt «Silvia», sollen im Mittelpunkt der ersten Ausstellung stehen.

Daniel Pasche

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