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Landrat spricht Kredit für Unterstützung im Nidwaldner Sozialdienst

Keystone-SDA

Der Nidwaldner Sozialdienst soll weiterhin auf dringend benötigte personelle Unterstützung zählen können. Den entsprechenden Nachtragskredit von 400'000 Franken genehmigte der Landrat am Mittwoch ohne Gegenstimme.

(Keystone-SDA) Als «Pflästerli» wurde der Kredit in der Diskussion bezeichnet, ein «Feuer» müsse gelöscht werden. Links und Rechts sparten nicht mit der Kritik an der angespannten Lage in der Abteilung Sozialdienst des Sozialamts.

Aufgrund von Vakanzen im Personal sind bereits externe Fachpersonen im Sozialdienst tätig, um die Erfüllung des gesetzlichen Auftrags sicherzustellen. Im März und April sollen 250 Stellenprozente auf Mandatsbasis besetzt werden. Voraussichtlich ab Mai sollen neue, regulär angestellte Fachpersonen beim Sozialdienst anfangen.

Wie der Regierungsrat im Februar versprach, sollen die offenen Stellen im Umfang von 225 Pensenprozenten bis im Sommer regulär besetzt werden. Bis und mit September belaufen sich die Kosten für die Anstellung externer Fachpersonen auf 397’000 Franken.

Wie die Kommission für Finanzen, Steuern, Gesundheit und Soziales in ihrem Mitbericht festhielt, ist die Fluktuation innerhalb des Sozialdienstes hoch: Gemäss Angaben der Kommission gab es in den letzten zwei Jahren 31 Stellenaustritte bei total 50 Positionen.

«Negativspirale» und «Neuausrichtung»

Im laufenden Jahr will die Sozialdirektion keine weiteren Nachtragskredite beantragen, wie es in der Vorlage des Regierungsrats hiess. Darauf pochten auch die Fraktionen in aller Deutlichkeit.

Brigitte Foletti (Mitte) sprach von einer «Negativspirale», die durchbrochen werden müsse. Dem Nachtragskredit stimme sie «zähneknirschend» zu.

Pia Häfliger (SVP) sagte namens der Finanzkommission, der Kredit stelle nun die Überbrückung sicher. Die Notwendigkeit dieser Massnahme sei unbestritten.

Weiter ging Daniel Krucker (Mitte). Er verlangte, man müsse auch über eine «Neuausrichtung» nachdenken. «Personelle Massnahmen reichen nicht», um die Probleme zu lösen.

Auch Annette Blättler (GLP) appellierte daran, nun über diese Massnahme hinaus zu denken. Sie nahm den Landrat in die Pflicht: Wenn den zuständigen Stellen stets «nur knappe Ressourcen» zur Verfügung gestellt werden, müsse man sich über teure Rettungsaktionen nicht wundern.

Gesundheits- und Sozialdirektor Peter Truttmann (GLP) betonte bezüglich des Preisschilds, es würden keine eigentlichen Mehrkosten entstehen. Beim Kredit handle es sich um eine Verschiebung von Mitteln.

Interpellantin nicht zufrieden

Die Situation im Sozialdienst kam durch eine Interpellation von Elena Kaiser (Grüne) im vergangenen Jahr in den Landrat. Der Landrat hiess den Vorstoss vor Weihnachten einstimmig für dringlich.

Die Interpellantin beklagte insbesondere die Personalsituation und bezeichnete die Lage als «mehr als prekär». Die Arbeit für schwächere Mitglieder der Gesellschaft werde nicht mehr vollumfänglich geleistet, hielt sie im Vorstoss fest.

Mit der Antwort der Regierung zeigte sich die Interpellantin nicht zufrieden. Zwar werde nun reagiert, aber das Vertrauen des Sozialamts in die Politik sei nicht zu retten.

Bereits im vergangenen Jahr sprach der Regierungsrat Nachtragskredite für die Überbrückung personeller Engpässe. Nach der Kündigung einer regulären Arbeitsstelle und dem Ende einer befristeten Anstellung Anfang 2026 entstanden weitere Vakanzen.

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