Luzern will seine beiden Gefängnisse erweitern
Das Luzerner Gefängnis Wauwilermoos soll stärker ausgebaut werden als geplant. Auch das Haft- und Untersuchungsgefängnis Grosshof in Kriens soll erweitert werden.
(Keystone-SDA) Dies steht in einem Planungsbericht, den der Regierungsrat am Freitag veröffentlicht hat. Die beiden Luzerner Gefängnisse sind seit Jahren stark ausgelastet. Um die Situation zu verbessern, hat die Kantonsregierung im April mehr als zwei Dutzend Massnahmen vorgeschlagen und in die Vernehmlassung geschickt.
Die Stellungnahmen seien mehrheitlich positiv ausgefallen, teilte der Regierungsrat mit. Befürwortet worden seien so ein Ausbau der Vollzugskapazitäten und Alternativen zur Haft.
Strukturelle Lösung nötig
Von mehreren Seiten sei kritisch angemerkt worden, dass die vorgesehenen Massnahmen zwar kurzfristig eine Entlastung bringen würden, aber keine langfristige strukturelle Lösung seien, teilte der Regierungsrat mit. Aufgrund dieser Rückmeldungen sei der Gesamtbedarf an Haftplätzen für die kommenden 30 Jahre hergeleitet worden.
Kurzfristig verlagert der Kanton die Haftplätze für Frauen vom Grosshof in ein Provisorium in der Justizvollzugsanstalt Wauwilermoos. Dies schaffe in Kriens zwölf zusätzliche Plätze für die Untersuchungshaft, hiess es in der Mitteilung.
Keine Containerlösung im Grosshof
Mittelfristig soll der Grosshof mit einem Erweiterungsbau um 25 Plätze vergrössert werden. Vorgesehen war bislang eine Containerlösung. Heute hat das Gefängnis 121 Plätze.
Das Wauwilermoos mit seinen 87 Plätzen soll auf 160 Plätze ausgebaut werden. Ursprünglich war eine Vergrösserung auf 100 Plätze vorgesehen. Die Gesamtsanierung und Erweiterung befinde sich in der Projektphase, teilte der Regierungsrat mit.
Die Bruttokosten der für die drei Massnahmen nötigen Investitionen belaufen sich gemäss dem Planungsbericht auf rund 133 Millionen Franken.
Der Planungsbericht äussert sich auch zur Weiterentwicklung des Justizvollzugs. Ein Schwerpunkt liegt auf der psychiatrischen Versorgung und spezialisierten Angeboten für Personen mit besonderen Bedürfnissen. Dazu sollen ausserkantonale Plätze gesichert und die psychiatrische Versorgung im Grosshof gestärkt werden.
Auch für Jugendliche sind Haft- und Kriseninterventionsplätze geplant. Weitere Massnahmen umfassen Alternativen zur Haft, die Koordination innerhalb der Justizkette sowie Prävention und Resozialisierung.
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