Marokko wählt ein neues Parlament
In Marokko hat die Parlamentswahl begonnen. Mehr als 15,8 Millionen Wahlberechtigte sind aufgerufen, über die Besetzung der 395 Sitze der Abgeordnetenkammer zu entscheiden. Rund 7.300 Kandidaten bewerben sich um die Mandate, darunter 2.658 Frauen. Es treten 27 Parteien an.
(Keystone-SDA) Das marokkanische Parlament kann etwa Gesetze verabschieden, faktisch liegt die meiste Macht jedoch bei König Mohammed VI. und seinem Umfeld.
Der Wahlkampf verlief nach Angaben aus Marokko weniger sichtbar als bei früheren Wahlen. Das Interesse der Bürger an den Kandidaten gilt in mehreren Regionen als gering. Eine Stunde nach Beginn herrschte in den Wahllokalen in der Hauptstadt Rabat nach Beobachtung eines Reporters der Nachrichtenagentur DPA noch wenig Andrang. Beobachter rechnen mit einer niedrigen Wahlbeteiligung. Vorläufige Ergebnisse werden am Donnerstag erwartet.
Die Abstimmung gilt als Test für die Regierungsparteien. Die drei Parteien der bisherigen Regierungsmehrheit treten gegeneinander an. Im Mittelpunkt der Wahl stehen vor allem Arbeitsplätze, die wirtschaftliche Entwicklung sowie die Themen Bildung und Gesundheit. Besonders die hohe Jugendarbeitslosigkeit sorgt für Unzufriedenheit in dem nordafrikanischen Land.
Die Wahl findet auch vor dem Hintergrund der Fussball-Weltmeisterschaft 2030 statt. In Politik und Medien wird die neue Regierung daher auch als «WM-Regierung» bezeichnet. Sie soll Projekte rund um Infrastruktur, Verkehr und Flughäfen über Stadien bis hin zu Tourismus, Investitionen und regionaler Entwicklung für die Weltmeisterschaft begleiten. Marokko wird die Spiele gemeinsam mit Spanien und Portugal ausrichten.