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MÜNCHEN (awp international) - Im Milliardendebakel um den Kauf der Hypo Group Alpe Adria (HGAA) durch die BayernLB gerät der frühere Vorstand immer mehr unter Druck. Nach Informationen des "Handelsblatts" (Mittwoch) präsentierte die damalige Bankspitze in einer entscheidenden Phase des Kaufs im Jahr 2007 dem BayernLB-Kontrollgremium einen anderen Wert für die HGAA, als ihm noch einen Tag zuvor von der Investmentbank Rothschild empfohlen worden war. Ein Sprecher der BayernLB wollte sich dazu nicht äussern.
Wie die Zeitung berichtete, hiess es kurz vor dem Kauf in einer Rothschild-Präsentation für den Vorstand, für die HGAA sei ein Wert von 3,2 Milliarden Euro betriebswirtschaftlich zu rechtfertigen. Zudem seien Risikokosten von mehr als 200 Millionen Euro abzuziehen oder über den Kaufvertrag abzusichern. In der Präsentation für den Verwaltungsrat, dem Kontrollorgan der BayernLB, habe dagegen einen Tag später dagegen gestanden, es ergebe sich ein maximaler Kaufpreis von 3,4 Milliarden Euro.
Der Kauf der HGAA hatte sich für die BayernLB als grosser Fehler erwiesen. Nach massiven Verlusten musste die BayernLB die HGAA Ende 2009 für einen Euro an Österreich verscherbeln und auf millionenschwere Forderungen verzichten. Die Steuerzahler hat das HGAA-Abenteuer insgesamt 3,7 Milliarden Euro gekostet.
Im BayernLB-Untersuchungsausschuss des bayerischen Landtags hatten die früheren Spitzenmanager der Bank im vergangenen Jahr jegliche Aussage zu einer möglichen Mitverantwortung verweigert. Die ehemaligen BayernLB-Chefs Werner Schmidt und Michael Kemmer sowie die früheren Vorstandsmitglieder Rudolf Hanisch und Ralph Schmidt verwiesen bei ihrem Auftritt vor dem Untersuchungsausschuss auf die gegen sie laufenden Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft./dwi/DP/enl

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