Studie: Jeder dritte positive Mpox-Test könnte ein Fehlalarm sein
Eine Genfer Studie stellt die Zuverlässigkeit von Mpox-PCR-Tests in der Demokratischen Republik Kongo infrage. Jeder dritte positive Mpox-Test könnte demnach falsch gewesen sein.
(Keystone-SDA) Für die im Fachjournal «The Lancet Infectious Diseases» veröffentlichte Studie analysierte ein internationales Forschungsteam unter Leitung der Universität Genf (Unige) mehr als 2700 PCR-Tests auf die früher als Affenpocken bezeichnete Viruserkrankung Mpox. Die Proben stammten aus vier Städten der Demokratischen Republik Kongo.
Dabei fiel auf, dass sich die positiven Tests klar in zwei Gruppen teilten: Bei einem Teil wurde viel Virusmaterial nachgewiesen – ein Hinweis auf eine tatsächliche Infektion. Bei der zweiten Gruppe war dagegen nur eine winzige Menge Virus-DNA vorhanden. Dies deutete laut den Forschenden darauf hin, dass die Proben möglicherweise durch Virusspuren aus der Umgebung verunreinigt worden waren. 35 Prozent der positiven Proben fielen laut den Forschenden in diese zweite Gruppe und könnten somit falsch-positive Ergebnisse gewesen sein.
Virus-DNA auf Oberflächen
Untersuchungen in zwei Behandlungszentren lieferten eine mögliche Erklärung. An zahlreichen Oberflächen innerhalb der Zentren fanden die Forschenden Mpox-DNA. Diese könne bei der Probenentnahme versehentlich in die Probe gelangen.
Weitere Hinweise lieferte die Untersuchung von Blutproben. Bei 89 Prozent der Personen, bei denen das Modell eine falsch-positive Diagnose vermutete, liessen sich keine Antikörper gegen das Virus nachweisen. In einer separaten kleinen Untersuchung fanden die Forschenden zudem bei vielen Personen mit Mpox-Verdacht andere Viren als mögliche Ursache für die Hautausschläge, darunter Varizellen- und Masernviren.
Folgen für Betroffene
Falsch-positive Diagnosen könnten laut der Studie erhebliche Folgen haben. Betroffene könnten unnötig behandelt, hospitalisiert oder in Mpox-Behandlungszentren isoliert werden. Zudem bestehe dort das Risiko einer tatsächlichen Ansteckung. Auch für die Überwachung eines Ausbruchs und die Planung von Impfungen könnten falsch-positive Tests die Einschätzung des Infektionsgeschehens verzerren.
Die Forschenden schlagen deshalb vor, künftig nur Tests mit einem stärkeren Virusnachweis als positiv zu werten. Langfristig seien zudem bessere Schulungen des Laborpersonals nötig, um ungewöhnliche Testmuster frühzeitig zu erkennen.