Briefing aus der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Die Schweiz – ein Reich von Königen! Wir haben King Roger Federer, wir haben Schwingerkönig Christian Stucki. Und seit neuestem auch König Nr. 3: Sandeep Malhotra! Darf ich vorstellen?
Herzliche Grüsse aus Bern
Er ist die unangefochtene Nummer eins in der Schweiz, was den Schutz von Marken betrifft.
Ein Inder in der Schweiz. Genauer in Baar im Kanton Zug. Hier lebt Sandeep Malhotra. Dem einen und der anderen mag es da schon leise klingeln im Ohr. Nein, Malhotra verkauft mit seiner Einmannfirma keine Briefkästen für Firmen, die es nur auf dem Papier gibt. Aber das kommt der Sache nahe.
2019 hat der findige Kopf 1344 Marken schützen lassen. Für Firmen, von denen erst der Name existiert. Riesen wie Novartis, Migros und Coop liess Malhotra locker hinter sich.
Doch was ist der Sinn dieses Marken-Tsunamis? Malhotra hat sein Heimatland Indien im Visier. Dort will er sich ein grosses Stück vom Kuchen der boomenden Luxushochzeiten abschneiden. Sprich: Reichen Familien allerlei teure Hochzeitsartikel «Made in Switzerland» verkaufen. Aber damit nicht genug: Dasselbe Ziel visiert er in China an. Und dort leben noch ein paar Hundert Millionen mehr Menschen als in Indien.
- Der Markenkönig der SchweizExterner Link – Bericht in der Handelszeitung
- King Roger Federer überrascht mit Statement zur KlimajugendExterner Link – aktueller Bericht in der Aargauer Zeitung
- Alles über den Schwingerkönig Christian StuckiExterner Link (Schweizer Illustrierte)
Das WEF vom 21. bis 24. Januar ist das grösste Klassentreffen der wirtschaftlichen und politischen Elite dieser Welt. Die Sicherheit verschlingt Unsummen. Die Schweizer Steuerzahler zahlen brav mit.
Die Veranstaltung ist privat. Ein Teil der Kosten zahlt die Öffentlichkeit: Dies ist das Weltwirtschaftsforum Davos, das heuer zum 50. Mal in den Bündner Bergen stattfindet. Und wenn Trump kommt, wie er das angekündigt hat, dann bedeutet das: Die Kosten für die Sicherheit schiessen nach oben.
Mindestens 45 Millionen Franken: So viel kostet die Sicherheit der Teilnehmenden in diesem Jahr. Davon trägt das WEF, dieses Lebenswerk von Gründer Klaus Schwab, gerade einmal 2,25 Mio. Franken. Der Rest bleibt an Bund und Kantonen hängen. An die 1000 Polizisten stehen im Einsatz. Dazu kommt noch eine grosse Anzahl Armeeangehöriger.
Graubünden ist bei den erforderlichen Polizeikräften auf die Hilfe aus anderen Kantonen angewiesen. Der Gastgeberkanton entschädigt diese pro entsandten Polizisten und Tag mit 600 Franken. Laut dem Kanton Basel-Stadt entspricht das aber nur 40% der effektiven Kosten. Die Steuerzahler des Stadtkantons sponsern also das WEF mit 900 Franken pro abdetachiertem Ordnungshüter.
- Indirekt zahlen alle Schweizer Kantone mitExterner Link – Bericht von SRF News
- Live-TickerExterner Link des Blick zum WEF 2020
- «Das Forum»: Interview zum neuen Dokumentarfilm mit Regisseur Marcus Vetter, geführt von unserer Berliner Korrespondentin Petra Krimphove
Kalte Spitalbetten, tote Spitäler: In den nächsten Jahren sollen in der Schweiz zehn Prozent aller Spitäler verschwinden. Der Grund: Überkapazitäten.
Die Schweiz leistet sich eines der besten Gesundheitssysteme. Die Kehrseite: es ist auch eines der teuersten. Die rund 280 Spitäler im Land verfügen über 23’000 Betten. Aber so viele Spital-Patientinnen und -Patienten auf einmal gibt es gar nicht.
Die Spitäler verursachen 40% der Kosten der obligatorischen Grundversicherung, das sind gut 12 Milliarden Franken. Berappen müssen diese die Versicherten. Die Suche nach Einsparpotenzial ist die Daueraufgabe für echte oder falsche Sparfüchse im Land.
Minus 28 Spitäler, minus 6000 Betten: Dies ein Szenario, das auf dem Tisch liegt. Nur: Eine allfällige Umsetzung wir zu einer politischen Mission Impossible. Denn neben Kantonen, die schon heute freiwillig Spitäler schliessen, gibt es solche, die aus regionalpolitischen Gründen an ihren Spitälern festhalten. Um jeden Preis.
- BeitragExterner Link der Boulevardzeitung Blick zu drohenden Spitalschliessungen
- St. Gallen will fünf Spitäler schliessenExterner Link – Artikel der NZZ vom 23. Oktober 2019 (Paywall)
- Krankenkassenprämien senken – mein Ausblick auf die politische Agenda in der Schweiz 2020
Eine Institution ist nicht unterzukriegen: Das Skilager. Schulklassen, die im Winter eine Woche irgendwo in den Bergen verbringen, möglichst in Bergen von Schnee: Das war auch schon mal selbstverständlicher. Klimawandel und der Wandel der Gesellschaft lassen grüssen.
Doch auch heute, wo Frau Holle ihre Kissen in immer höheren Lagen ausschüttelt, sind die Skilager fix im Jahreskalender der Schulen in der Schweiz eingeplant.
Nur: Wo einst der Lehrer krampfhaft versuchte, aus seinen Schützlingen neue Bernhard Russis und Erika Hess‘ zu formen, ist die Atmosphäre für die Kids von heute deutlich entspannter.
- Mein Kollege Marc-André Miserez hat sich auf die Spur des Wandels dieser pädogogisch-kulturellen Institution im Alpenland Schweiz gemacht
- Wie die Skination Schweiz ihre Zukunft anpackt – Bericht aus unserem Archiv
- Warum wir Skilager brauchen – ewig gültiges Plädoyer für das Überleben einer Institution (Tageswoche 2012)
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Heute haben rund 11’600 Männer und einige Frauen die Rekrutenschule begonnen. Immer wieder durchlaufen auch junge Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer die militärische Ausbildung in der Schweiz.
In vielen Kasernen der Schweiz galt es heute Morgen für 11’600 junge Männer und Frauen, Jeans und Sneakers für Tarnanzug und Militärstiefel einzutauschen. Während der kommenden 18 Wochen werden die jungen Rekrutinnen und Rekruten zu Soldaten geschliffen.
Unter den 11’600 «Frischlingen» befindet sich in der heute startenden RS auch ein Dutzend Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer. Sie sind in Friedenszeiten grundsätzlich von der Militärdienstpflicht befreit, solange sie sich im Ausland aufhalten. Gewisse Einschränkungen gelten allerdings für den grenznahen Raum.
2019 hatten 61 Auslandschweizer die Rekrutenschule absolviert, 2018 waren es 39. SWI swissinfo.ch ist auf der Suche nach jungen Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer, die die RS in den vergangenen Jahren absolviert haben. Trifft dies auf Sie zu oder kennen Sie jemanden? Schreiben Sie uns!
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