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Kinderfinken

Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Wenn ich mir vorstelle, wer in den nächsten Jahren alles in Rente geht, bekomme ich Angst: Uns gehen die Ärztinnen, Pfleger, Sanitär-Installateure und IT-Spezialisten aus. Personal im Ausland zu rekrutieren, ist nicht mehr so einfach. Mehr zu diesem und anderen Problemen erfahren Sie im heutigen Briefing.

Liebe Grüsse aus Bern

Collage
Ivy Pete and His Limbomaniacs /Montage: Swissinfo

Wie tief können die Zinsen noch sinken? Unser Geld-Experte Fabio Canetg hat einen Blick in das Reglement der Schweizerischen Nationalbank (SNB) geworfen und dabei Erstaunliches entdeckt.

Worum geht es? Die US-Notenbank Fed hat im Juli die Zinsen gesenkt, um die Wirtschaft zu stützen. Die Europäische Zentralbank hat ebenfalls ein Stimulierungspaket beschlossen. Nun ist die SNB unter Zugzwang. Um eine weitere Aufwertung des Schweizer Frankens zu verhindern, wird auch sie über eine Zinssenkung nachdenken müssen.

Der SNB-Leitzins ist mit –0.75 Prozent bereits der tiefste der Welt. Viel tiefer geht nicht mehr, könnte man meinen. Doch mein Kollege Fabio Canetg, der als Makroökonom an der Universität Bern arbeitet, hat im Negativzinsreglement der SNB eine interessante Passage gefunden.

In einem Artikel erklärt Canetg, wie die SNB dank einer raffinierten Regelung den Leitzins noch deutlich tiefer senken kann, als bisher gedacht. Und das ist noch nicht alles: Kopieren die Geschäftsbanken die Regelungen der SNB, steht laut Canetg weit tieferen Zinsen nur noch wenig im Weg.

Pflegefachperson
© Keystone / Jean-christophe Bott

Wie die Schweiz steuern viele europäische Länder auf eine demografische Falle zu: Immer mehr Leute verlassen altersbedingt den Arbeitsmarkt, während die Zahl der Neueinsteiger nicht ausreicht, um die entstehende Lücke zu schliessen. 

Wie ist die Situation? Sogar in Ländern mit hoher Arbeitslosigkeit ist in einigen Branchen ein Fachkräftemangel auszumachen. Auch in der Schweiz spitzt sich die Situation zu. Gesucht sind vor allem Pflegefachleute, Elektromonteure, Projektleiter, Softwareentwickler, Ingenieure, Verkaufsberater oder Sanitärinstallateure.

Weil das Problem überall in Europa besteht, können Firmen nicht mehr im gleichen Mass auf Personal im Ausland zurückgreifen wie früher. Vielmehr ist kreative Personalrekrutierung gefragt. Zum Beispiel die Ausbildung von Quereinsteigern.

Laut NZZ spiegeln sich die Knappheiten am Arbeitsmarkt immer weniger in der Lohnentwicklung. So stagnieren die Löhne in der Schweiz trotz Fachkräftemangel. Die Gründe seien technischer Wandel, Globalisierung und flexiblere Arbeitsformen, so die NZZ.

Kinderfinken
Keystone / Frank Augstein

Ein Bericht des Bundes hat die Frage untersucht, ob es IV-Rentnern mit Kindern dank Sozialleistungen finanziell besser geht als Eltern, die in Tieflohnbranchen arbeiten. Die NZZ meint, einen Fehler im Bericht entdeckt zu haben.

Worum geht es? IV-Rentner mit zwei Kindern erhalten zwischen 5800 und 7100 Franken pro Monat als Minimum. Es ist umstritten, ob das zu wenig oder zu viel ist. In einem Kurzbericht hat das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) die Renten für Familien mit den Einkommen von Tieflöhnern verglichen. Das FazitExterner Link: Eltern können mit Tieflohnarbeit mindestens dasselbe Einkommen erreichen wie IV-Rentner mit Kindern.

Die NZZ kritisiert nun diesen Bericht. Erstens habe das BSV bei der Vergleichsfamilie angenommen, dass der Vater 100% arbeitet und die Mutter 50 bis 80%. Eine Familie im Alleinverdienermodell würde nicht dasselbe Einkommen erreichen wie IV-Bezüger. Zweitens sei dem Bundesamt ein Fehler unterlaufen: Beim Vater habe es nicht mit dem Lohn eines Ungelernten gerechnet, sondern mit dem eines Angestellten mit Lehrabschluss. Differenz pro Monat: 4100 statt 4650 Franken.

Hintergrund der Diskussionen ist die hängige IV-Reform. Der Nationalrat will die Kinderrenten, also die Zulagen für IV-Rentner mit Kindern, um 25 Prozent kürzen. Der Ständerat entscheidet am Donnerstag über die Reform.

Zwei Männer
Keystone / Peter Schneider

Wenn Sie in den USA leben, dürften Ihnen TV-Spots vertraut sein, in denen Politiker ihre Gegner persönlich schlechtmachen. In der Schweiz war das bisher unüblich. Jetzt hat die Christlichdemokratische Volkspartei (CVP) das Tabu gebrochen – und erntet prompt einen Sturm der Entrüstung.

Was ist passiert? Wer am Montag einen Kandidaten für die nationalen Wahlen gegooglet hat, bekam zuoberst bei Google als Paid-Content eine von der CVP gesponserte Website «kandidaten2019.chExterner Link» angezeigt. Dort werden die Positionen des jeweiligen Kandidaten schlechtgemacht. Bei FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen heisst es zum Beispiel, dass er das CO2-Gesetz massiv verwässert habe.

Die anderen Parteien waren selbstredend «not amused». In unserem Artikel finden Sie die wichtigsten Statements der Parteiführungen in Videoclips von SRF. Auch auf Twitter hagelte es Kritik. Innert kurzer Zeit wurde #cvpfailExterner Link zum meist getwitterten Hashtag der Schweiz. Die Twitter-User werfen der Partei eine Schmierenkampagne vor.

CVP-Präsident Gerhard Pfister verteidigte die Werbung: «Es ist eine Vergleichs-Kampagne, die die Positionen anderer Parteien mit den Positionen der CVP vergleicht, so dass sich die Wählenden ein Urteil bilden können.»

  • Eine Kuration der Reaktionen finden Sie auf swissinfo.ch.
  • Was im Wahlkampf in der Schweiz erlaubt ist, erfahren Sie in einem Artikel aus unserem Archiv.
  • Wie viel Geld – und von wem – in politische Kampagnen fliesst, bleibt in der Schweiz nach wie vor ein Geheimnis.
swissinfo.ch

Wir bleiben gleich beim Thema Wahlen: Auch Ihre Stimme ist in diesen Wahlen hart umkämpft. Wir verschaffen Ihnen einen Überblick, wie die Schweizer Parteien Auslandschweizer und Auslandschweizerinnen zu mobilisieren versuchen.

Mit mehr als 400 Mitgliedern hat die SVP die grösste internationale Sektion aller Parteien. Und sogar vier lokale Sektionen: In Südafrika, Spanien, Costa Rica und der Elfenbeinküste. Die SVP will nach eigenen Angaben vor allem denjenigen Auslandschweizern und Auslandschweizerinnen eine Stimme geben, die sich von der «EU-fokussierten Auslandschweizer-Organisation» zu wenig vertreten fühlen.

Auch die SP räumt ihrer Präsenz in der Welt einen grossen Stellenwert ein. Als erste Partei schaffte sie es 2015, einen ihrer Diaspora-Kandidaten (Tim Guldimann) in den Nationalrat zu bringen. Die SP setzt auf internationale Listen. Zum Wahlkampf gehört auch das Verteilen von Flugblättern an Mitglieder der Fünften Schweiz und die Organisation von Wahlabenden.

Im Gegensatz zu SVP und SP tritt die FDP.Die Liberalen International diesen Herbst nicht mit «eigenen» Kandidaten oder Kandidatinnen zu den Wahlen an. Die FDP International unterstützt aber in allen Kantonen Kandidatinnen und Kandidaten, die sich für die Interessen der Fünften Schweiz engagieren und sich mit dem Wahlmanifest der Internationalen Sektion einverstanden erklären. Die Positionen und Aktivitäten der anderen Parteien finden Sie in unserem Artikel.

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