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Filippo Lombardi und Ariane Rustichelli

Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Heute gibt es eine wichtige Nachricht für Schweizerinnen und Schweizer in aller Welt: Die Auslandschweizer-Organisation ASO hat einen neuen Direktor gewählt. Weitere Neuigkeiten vom Auslandschweizer-Rat in Bern lesen Sie morgen auf SWI swissinfo.ch.

Zudem im heutigen Briefing: Laut einer Umfrage stehen finanzielle Sorgen für Familien in der Schweiz nach wie vor an erster Stelle, und der Einfluss der Trump-Administration ist bei Organisationen und Universitäten auch in der Schweiz zu spüren.

Sonnige Grüsse aus Bern

Lukas Weber und Ariane Rusticheli
Die Auslandschweizer-Organisation ASO hat Lukas Weber (rechts) zu ihrem neuen Direktor gewählt. Weber tritt die Nachfolge von Ariane Rustichelli (links) an. Auslandschweizer-Organisation ASO

Die Auslandschweizer-Organisation ASO hat Lukas Weber zu ihrem neuen Direktor gewählt.

Im Auswahlverfahren überzeugte der Basler mit seinen Sprachkenntnissen – Deutsch, Französisch und Englisch – sowie mit seiner «strategischen Vision für die Digitalisierung der Kommunikation», teilte die ASO in einem Communiqué mit.

Der Ingenieur hat an der Eidgenössischen Technischen Hochschule ETH Zürich doktoriert. Seine Karriere umfasst Tätigkeiten bei den Parlamentsdiensten in Bern, der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften und der Schweizerischen Chemischen Gesellschaft. Im Jahr 2018 stiess Weber zum Blauen Kreuz, wo er bis 2024 als Mitglied der Geschäftsleitung für Kommunikation und Fundraising zuständig war.

Weber tritt die Nachfolge von Ariane Rustichelli an, die sich nach 17 Jahren Tätigkeit für die ASO, davon elf Jahre in der Direktion, für eine neue berufliche Herausforderung entschieden hat.

Kind am Esstisch
Rund 80% der Schweizer Familien gaben an, dass sie aufgrund steigender Kosten Ferien, Restaurantbesuche oder Freizeitaktivitäten einschränken. © Keystone / Christian Beutler

Während die Zufriedenheit mit dem eigenen Familienleben weiterhin hoch ist, beschäftigen die Krankenkassenprämien und steigende Preise Schweizer Familien am meisten. Dies zeigt eine Umfrage von Pro Familia und dem Vorsorgeversicherer Pax.

Laut der Umfrage erwarten 72% der Schweizer Familien, dass sich die Situation in Zukunft verschlechtern wird. Knapp die Hälfte der befragten Familien gab an, das Einkommen reiche knapp für das eigene Familienleben. Bei sieben Prozent reiche es gar nicht. Weiterhin sind die hohen Krankenkassenprämien und die steigenden Preise die zwei grössten Sorgen von Schweizer Familien.

Knapp ein Drittel der Befragten beschäftigt auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Ihrer Meinung nach müsse die Politik in diesem Bereich mehr unternehmen. Grossen Handlungsbedarf sehen die Familien auch bei der Sicherung des Rentenniveaus, wobei Teilzeitbeschäftige oder Geringverdienende ihrer Ansicht nach besser abgesichert werden sollen.

Der Bericht zeigt, dass sich im Vergleich zu den Vorjahren wenig geändert hat – die finanzielle Belastung ist nach wie vor die Hauptsorge. Rund 80% der Familien gaben an, wegen der steigenden Kosten auf Ferien, Restaurantbesuche oder Freizeitaktivitäten zu verzichten.

Rückläufig waren die Sorgen bei den Themenbereichen Klimawandel und Umweltschutz sowie der Energieversorgung. Nur noch fünf Prozent der befragten Familien sorgen sich um die Energiesicherheit, im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 17 Prozent.

Roche Turm in Basel
In einem Schreiben an die Mitarbeitenden hat Roche angekündigt, dass die «Chief Diversity Offices» in Basel und den USA umbenannt und neu ausgerichtet werden. Keystone / Anthony Anex

Der Basler Pharmakonzern Roche stellt wegen eines Dekrets von US-Präsident Donald Trump seine Diversitätsförderung ein. Dieses Dekret verbietet Projekte, die Gleichberechtigung am Arbeitsplatz anstreben.

In einem Schreiben an die Mitarbeitenden kündigte Roche an, dass die «Chief Diversity Offices» in den USA und Basel umbenannt und neu ausgerichtet werden.

Roche beschäftigt in den USA mit 26’000 Mitarbeiter:innen ein Viertel der gesamten Belegschaft – so viel wie in keinem anderen Land. Rund die Hälfte des Umsatzes erzielte der Pharmakonzern 2024 in den USA. Weil der US-Markt für den Konzern so wichtig sei, gelten die neuen Spielregeln nicht nur dort, sondern auf globaler Ebene, schreibt Roche.

Der Konzern wird künftig keine Frauenquote bei Führungspositionen mehr anstreben. Bislang galt ein Zielwert von 38 Prozent. Auch bei der kulturellen Vielfalt wird das Ziel, 19 Prozent ethnische Minderheiten zu beschäftigen, gestrichen. Statt auf «Diversität» werde Roche nun nur noch auf «Inklusion und Zugehörigkeit» setzen.

Roche ist nicht der einzige Konzern, der seine Diversitätsziele aufgibt. Auch die Grossbank UBS kippt diese Ziele. Im Jahresbericht von 2023 waren die Wörter «Diversität, Inklusion und Gleichberechtigung» noch 21-mal enthalten. Dieses Jahr sind diese Wörter vollständig verschwunden, wie unter anderem die NZZ berichtete.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg schreibt, dies unterstreiche einen wachsenden Trend bei Banken und Unternehmen in Europa, die ihre Politik als Reaktion auf die Antidiversitätsbewegungen in den USA zunehmend anpassen würden.

hauptgebäude der ETH
Das Hauptgebäude der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich. Keystone / Michael Buholzer

Neben multinationalen Organisationen spüren auch Schweizer Universitäten den Einfluss der Trump-Administration.

Die US-Regierung hat Sparmassnahmen im Forschungssektor eingeführt und Fragebögen an von ihr finanzierte Projekte verschickt. Dies, um die Einhaltung ihrer Politik sicherzustellen.

In diesen Fragebögen wird etwa eruiert, ob die Projekte die Themen Vielfalt, Gleichberechtigung und Integration einschliessen – ein Schritt, der von einigen als Versuch gesehen wird, die akademische Freiheit einzuschränken.

Letzte Woche haben wir über Genfer Organisationen berichtet, die solche Anfragen erhalten haben. Auch ein von den USA finanziertes Projekt an der Eidgenössischen Technischen Hochschule ETH Zürich fand den Fragebogen in seinem Postfach, wie unter anderem die Neue Zürcher Zeitung berichtete.

In einem Interview mit dem italienischsprachigen Fernsehen RSI zeigte sich Luciana Vaccaro, Präsidentin des Dachverbands Swissuniversities, besorgt. «Die Wissenschaft ist keine politische Partei. Ich habe den Eindruck, dass diese Art von Fragebogen darauf abzielt, eine Orientierung und Auswahl auf der Grundlage von Elementen zu treffen, die die akademische Freiheit einschränken.»

Wie Schweizer Universitäten auf den Druck aus den USA reagieren wollen, wird derzeit intern bei Swissuniversities geklärt, eine Stellungnahme wird nächste Woche erwartet.

Übertragung aus dem Englischen: Claire Micallef

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