Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Im Briefing von heute Freitag präsentiere ich Ihnen die neusten Statistiken zur Auswanderung der Schweizerinnen und Schweizer in alle Welt. Diese Zahlen präzisieren das Bild der Schweizer Diaspora.
Ich widme mich aber auch der Sorge um die Schweizerinnen und Schweizer in Südostasien, die heute von einem schweren Erdbeben heimgesucht wurden.
Ich wünsche Ihnen eine gute Lektüre.
Ein schweres Erdbeben der Stärke 7,7 hat am Freitag das Zentrum von Burma erschüttert. Die Erdstösse waren bis nach Thailand und China zu spüren. Diese Intensität ist eher selten: Erdbeben mit einer Stärke von mehr als 7 auf der nach oben offenen Richterskala treten im Durchschnitt nur alle 100 Jahre auf. Fachleute befürchten, dass es in den betroffenen Ländern zu Nachbeben kommen könnte.
Die Zahl der Opfer ist momentan noch unklar, sie könnte aber sehr hoch sein. In Burma und Thailand wurden bereits mehrere Dutzend Opfer gezählt. Die Zahlen über Schäden und Todesopfer seien noch «sehr provisorisch», sagte György Hetényi, Geophysiker und Professor an der Universität Lausanne, in den Nachrichten des französischsprachigen Schweizer Fernsehens RTS.
Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten hat nach eigenen Angaben noch keine Informationen über mögliche Schweizer Opfer, die Abklärungen seien aber im Gang. Rund 50 Schweizerinnen und Schweizer leben in Burma, über 13’000 in Thailand, wobei die meisten in den weniger betroffenen Regionen Thailands leben.
Schweizerinnen und Schweizer, die direkt von den Ereignissen betroffen sind, können sich an die Schweizer Vertretungen vor Ort oder an die Helpline des EDA in Bern unter der Nummer +41 800 24 7 365 oder per E-Mail an mailto:helpline@eda.admin.ch wenden.
Die Fünfte Schweiz wächst und wächst. Die neusten Zahlen des Bundesamts für Statistik zeigen, dass immer mehr Schweizerinnen und Schweizer ins Ausland ziehen. Im vergangenen Jahr haben sich 826’700 Personen mit Schweizer Pass ausserhalb der Landesgrenzen niedergelassen, 13’300 mehr (+1,6%) als im Vorjahr.
Die neuen Zahlen bringen keine grossen Veränderungen. Nach wie vor lebt weit mehr als die Hälfte (64%) der Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer in Europa. Am attraktivsten sind nach wie vor die Nachbarländer: Die grössten Auslandschweizergemeinden befinden sich in Frankreich (212’100), Deutschland (101’000) und Italien (52’600).
Ausserhalb des europäischen Kontinents zieht es die Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer nach wie vor am meisten nach Nordamerika (16%). Die grösste aussereuropäische Gemeinschaft befindet sich in den USA (84’700 Personen). Kanada und Australien folgen an zweiter und dritter Stelle.
Die Zahlen des BFS liefern auch interessante Daten zum Profil der Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer. Die Statistik zeigt, dass drei Viertel mindestens eine weitere Staatsangehörigkeit besitzen. Mehr als die Hälfte (55%) sind Erwachsene im erwerbsfähigen Alter, also zwischen 18 und 64 Jahren. Minderjährige machen 21%, Seniorinnen und Senioren 24% aus. Frauen (54%) sind in der Diaspora leicht in der Mehrheit.
In Genf ist die Erleichterung gross. Der Fall der Paketbomben, der die Stadt wochenlang in Atem gehalten hat, ist aufgeklärt: Der Täter hat gestanden.
Der Mann, der die Sprengstoffanschläge auf den Luxusuhrenhersteller Patek Philippe gestanden hat, ist ein 61-jähriger Schweizer Kriegsfotograf. Er gab an, aufgrund grosser finanzieller Schwierigkeiten allein und aus Habgier gehandelt zu haben.
Der Mann hatte seit einem Jahr mehrere Drohbriefe und Lösegeldforderungen in Kryptowährung gegen Patek Philippe, aber auch gegen die Supermarktkette Migros verschickt. Er erklärte, dass er keine besonderen Vorbehalte gegen diese Unternehmen habe, dass sie jedoch interessante Ziele seien, da sie aufgrund ihrer Finanzkraft, Organisation und Philosophie potenziell bereit seien, Lösegeld zu zahlen.
Bei seinen Bombenanschlägen waren zwei Menschen verletzt worden, darunter ein 12-jähriges Mädchen schwer. Während seiner Vernehmungen äusserte der Mann sein Bedauern und sagte, dass ihm die Opfer «leid täten».
Die Schweiz sollte mehr mit der Nato üben. Diese Meinung vertritt Jacques Pitteloud, der Schweizer Botschafter in Belgien und bei der Nato. In einem Interview mit der Neuen Zürcher Zeitung erläutert er die Gründe.
In der grossen deutschsprachigen Tageszeitung plädiert Jacques Pitteloud für einen «sinnvollen Mittelweg». Nämlich zwischen einer reinen Integration in die Nato, die durch die Schweizer Neutralität verunmöglicht werde, und einer völlig autonomen Schweizer Verteidigung, die seiner Meinung nach politisch chancenlos ist.
Der Botschafter betont, dass der Nordatlantikpakt «von uns erwartet, dass wir uns mehr engagieren». Das Bündnis kritisiert die Schweiz vor allem wegen ihrer Waffenexportgesetzgebung. «Oder wenn zu Unrecht behauptet wird, wir würden die russischen Spione auf unserem Territorium gewähren lassen.»
Pitteloud kritisiert die Haltung der Schweiz in den letzten dreissig Jahren, die sich der Illusion hingegeben habe, es gebe keine Machtpolitik mehr. Im heutigen internationalen Kontext müsse die Schweiz realistisch sein, so der Botschafter.
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