Theater Basel mit grossen Uraufführungsreigen in die neue Spielzeit
Das Theater Basel wartet für die kommende Spielzeit 2026/27 mit 30 Neuproduktionen auf. Darunter finden sich nicht weniger als 12 Uraufführungen, wie die Theaterleitung am Montag bekanntgegeben hat.
(Keystone-SDA) Sie finden sich schon, die Klassiker der drei Theatersparten: «Le nozze di Figaro» von Mozart zum Beispiel oder Tschechow, Brecht und Ibsen im Schauspiel. Dazu kommen unter anderem das Musical «West Side Story», das Ballett «Le Sacre du printemps» von Strawinsky und Donizettis «Lucia di Lammermoor» mit dem Debüt der Schweizer Starsopranistin Regula Mühlemann in der Titelrolle.
Ansonsten steckt die Spielzeit voller Uraufführungen. Zum Teil sind es Dramatisierungen von Prosatexten, wie «Kleine Prinzen» nach Antoine de Saint-Exupéry, die als Koproduktion mit dem Schauspielhaus Zürich angekündigt ist. Allerdings in zwei Versionen: eine für Kinder in Zürich und eine für Erwachsene in Basel, wie Regisseur und Schauspiel-Co-Leiter Antú Romero Nunes sagte.
Vertrauen auf aufgeschlossenes Publikum
Das Theater Basel vertraut auf ein Publikum, das Neuem gegenüber aufgeschlossen ist, sagte Direktor Benedikt von Peter. Man werde immer wieder überrascht, dass scheinbar sichere Produktionen weniger, Unbekanntes aber sehr gut laufe, sagte er. Das zeigt sich auch im Rückblick auf die noch laufende Spielzeit, bei der man mit guten Auslastungszahlen rechne, so von Peter, ohne Zahlen zu nennen.
Und das Theater vertraut nach eigenen Angaben auf bewährte künstlerische Leitungsteams und auf das Ensemble. Auf Regisseurin Jaz Woodcock-Steward zum Beispiel, deren Basler Inszenierung von Tennessee Williams‘ «Glasmenagerie» am Berliner Theatertreffen war. Auf das Basler Autorenteam Anne und Lucien Haug.
Oder auf Christoph Marthaler. Er wird mit der Schauspielproduktion «Arche Noah S.O.S.» und einem Barockopernprojekt mit Musik, unter anderem von Dietrich Buxtehude zu Texten von Ödön von Horváth, eine gewichtige Spielzeit-Position einnehmen.
Als Erfolgsmodell verkauft das Theater Basel nicht zuletzt sein Foyer oder Theater Public, als einen der dritten Orte, wo sich Menschen ohne Konsumzwang aufhalten können. Das Konzept stosse international auf grosses Interesse und finde bereits Nachahmer, sagte die Co-Verantwortliche Anja Adam.
Mit einer Projektserie zum Thema «Demokratie» wird die neue Spielzeit am 22. August ihren Auftakt haben.