Thurgau und Schaffhausen verlängern Fangverbot für Äschen im Rhein
Die Kantone Thurgau und Schaffhausen haben das Fangverbot für Äschen im Rhein um drei Jahre verlängert. Die Populationen dieses Fisches dürften sich aufgrund der Hitzewellen im vergangenen Sommer nochmals stark dezimiert haben. Die tatsächlichen Auswirkungen zeigen sich erst im Frühling.
(Keystone-SDA) Das Fangverbot gilt seit 2018. Dieses wird nun bis Herbst 2029 verlängert. Das geht aus dem Amtsblatt des Kantons Thurgau vom Freitag hervor.
Vor allem die hohen Wassertemperaturen haben die Bestände der Äschen im Rhein in den vergangenen Jahren immer stärker dezimiert. Man gehe davon aus, dass jene Äschen, die sich im vergangenen Sommer nicht in einer der Kältezonen aufhielten, verendet sind, erklärte ein Sprecher der Jagd- und Fischereiverwaltung des Kantons Schaffhausen gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.
Um den Fischen kühleres Wasser zu ermöglichen, werden jeweils bei Zuflüssen von Bächen in den Rhein als Notfallmassnahme sogenannte Kältezonen ausgebaggert.
Mehr als 26 Grad sind für Äschen tödlich
Äschen bevorzugen Wassertemperaturen bis 17 Grad Celsius und tolerieren maximal 24 bis 25 Grad, zeigen jedoch schon vorher gewisse physiologische Stresssymptome, erklärte Kurt Schmid von der Jagd- und Fischereiverwaltung Thurgau. Ab 26 Grad wird es für diese Fischart tödlich.
Während der Hitzeperioden 2026 seien am Hochrhein wiederholt und über längere Zeit Wassertemperaturen über 26 bis 28 Grad gemessen worden. Das sei hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass bei Stein am Rhein SH aufgewärmtes Oberflächenwasser vom Untersee in den Rhein abfliesst. Bei tiefem Wasserstand und geringer Fliessgeschwindigkeit erhitzt sich das Wasser des Hochrheins zusätzlich. Und mit den steigenden Temperaturen sinke auch der Sauerstoffgehalt des Wassers, was besonders für Äschen und Forellen problematisch ist, so Schmid.
Tatsächliche Rückschlüsse auf die derzeitigen Veränderungen der Äschenbestände liessen sich jedoch erst im Frühling ziehen, wenn jeweils die jungen Fische gezählt werden.